Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Berufsbildung für eine digitale Arbeitswelt

Fakten, Gestaltungsfelder, offene Fragen

  • 1. Auflage 2019, 40 Seiten (PDF)
  • DOI 10.11586/2019003
  • kostenlos

Digitale Technologien verändern die Arbeits- und Geschäftsprozesse – mit massiven Folgen nicht nur für die technologischen und wirtschaftlichen Prozesse, sondern auch für die berufliche Bildung. Die Studie „Berufsbildung für eine digitale Arbeitswelt“ untersucht, vor welche Herausforderungen die Digitalisierung die Berufsbildung stellt und in welcher Weise sie Ziel, Inhalt und Methode des beruflichen Lernens beeinflusst.

Für die Frage der Gestaltung der Berufsbildung wird zunächst zwischen der individuellen und der normative Ebene unterschieden. Für die Betrachtung der individuellen Ebene werden Forschungsergebnisse zu den kognitiven und affektiven Voraussetzungen von Jugendlichen für das Lernen mit digitalen Medien vorgestellt und bewertet. Dabei werden sowohl die Kompetenzen junger Menschen im Umgang mit den neuen Medien als auch mögliche negative Folgen aus der Alltagsnutzung digitaler Technologien thematisiert. Bei der Betrachtung der normativen Ebene geht es um Bildungsziele, Berufsbilder und Kompetenzprofile vor dem Hintergrund der Digitalisierung, die erläutert und systematisiert werden.

Im Hinblick auf die Gestaltungsfelder der Berufsbildung werden die ausbildungsorganisatorische, die didaktische und die ordnungspolitische Ebene unterschieden. Auf der ausbildungsorganisatorischen Ebene geht es um Fragen der technologischen Ausstattung, der notwendigen personalen Voraussetzungen für das Lehr- und Ausbildungspersonal sowie um neue Möglichkeiten der Kooperation innerhalb und zwischen den Lernorten Betrieb und berufliche Schule, beispielsweise durch digitale Arbeits- und Lernplattformen.

Auf der didaktischen Ebene geht es um die Frage, wie digitale Technologien als Lerninstrument das berufliche Lernen effektiver bzw. effizienter gestalten können. Dazu werden sowohl Potenziale digitaler Technologien für die Gestaltung von Ausbildungskonzepten erörtert als auch Praxisbeispiele technologieunterstützter Ausbildungskonzepte vorgestellt. Die Betrachtung schließt mit empirischen Befunden über mögliche Effekte in der Anwendung digitaler Technologien.

Auf der ordnungspolitischen Ebene schließlich geht es darum, welche Konsequenzen digitale Technologien für die Gestaltung von Berufsprofilen, Ordnungsgrundlagen und Prüfungsformaten haben.

In einem weiteren Kapitel werden Spannungsfelder an der Schnittstelle von Arbeit und Berufsbildung thematisiert. Dabei geht es um die Frage, inwiefern die mit Digitalisierung umschriebenen Veränderungen der Arbeitswelt in Widerspruch treten können zu den grundlegenden Zielen der Berufsbildung im Sinne der Entwicklung von Handlungskompetenzen und nachhaltiger beruflicher Identität. Die Studie endet mit der Formulierung von acht Handlungsperspektiven der Berufsbildung für eine digitale Arbeitswelt.