Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Werner Eichhorst, Paul Marx, Eric Thode

Atypische Beschäftigung und Niedriglohnarbeit

Benchmarking Deutschland: Befristete und geringfügige Tätigkeiten, Zeitarbeit und Niedriglohnbeschäftigung

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Die Diskussion über die Schaffung neuer, zusätzlicher Arbeitsplätze durch institutionelle Reformen auf dem Arbeitsmarkt dreht sich im Kern in zahlreichen europäischen Staaten um die Rolle „atypischer“ Beschäftigungsverhältnisse. Diese orientieren sich nicht an unbefristeter Vollzeitarbeit (dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis), die in der Regel tarifvertraglich geregelt ist und den vollen Schutz der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland gewährt. Auf der einen Seite bieten atypische Arbeitsverhältnisse tatsächlich zusätzliche Erwerbschancen insbesondere im Dienstleistungssektor, auf der anderen Seite zeichnen sie sich oft durch Abweichungen vom jeweiligen tarif-, unternehmens- oder betriebsüblichen Standard hinsichtlich Arbeitszeiten, Entlohnung oder Bestandssicherheit aus. Die Notwendigkeit der Re-Regulierung atypischer Beschäftigungsformen steht deshalb auf dem Prüfstand und wird je nach Perspektive – beschäftigungspolitische vs. sozialpolitische Orientierung – unterschiedlich bewertet.