Pressemeldung 25.07.2017

Populistische Einstellungen sind bei deutschen Wählern nicht mehrheitsfähig

Gütersloh, 25. Juli 2017. Radikal systemablehnende und anti-pluralistische Einstellungen sind in Deutschland nicht mehrheitsfähig. Zwar sind knapp 29,2 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland populistisch eingestellt. Doch die Mehrheit lehnt populistische Positionen ab (36,9 Prozent) oder stimmt ihnen nur teilweise zu (33,9 Prozent). Auffallend ist zudem, dass populistisch eingestellte Wähler in Deutschland eher moderate und keine radikalen Ansichten vertreten. Sie lehnen die Institutionen der Demokratie oder der EU nicht grundsätzlich ab, sondern kritisieren ihre Funktionsweisen. "Von einer 'Stunde der Populisten' ist das politische Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt", sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Das zeigt sich auch bei der Haltung der Wähler in Bezug auf einzelne Sachthemen: "Für die etablierten Parteien lohnt es sich nicht, im Wahlkampf populistischen Extrempositionen hinterherzulaufen", erläutert Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung, der die Studie gemeinsam mit Christopher Wratil (Universität zu Köln) verfasst hat.

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Juliane Werner / Weisse Liste

Pressemeldung 20.07.2017

Die Hälfte der Deutschen fürchtet, im Alter nicht das richtige Pflegeheim zu finden

Gütersloh, 20. Juli 2017. Der sogenannte Pflege-TÜV mit den "Pflegenoten" liefert momentan keine ausreichenden Informationen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Jeder zweite Deutsche fürchtet, im Alter nicht das passende Pflegeheim oder den passenden Pflegedienst zu finden. Das zeigt eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid durchgeführt hat. Der vom Gesetzgeber einberufene Qualitätsausschuss sollte an diesem Informationsmissstand bis Ende des Jahres etwas ändern. "Das Gremium, das aus Vertretern der Pflegekassen und -anbieter besteht, hat bereits angekündigt, die Frist nicht einzuhalten. Das geht zulasten der Ratsuchenden. Schon heute wäre es ohne großen Aufwand möglich, entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen", sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. weiterlesen

Valeska Achenbach

Pressemeldung 12.07.2017

Schüler-Boom: Zehntausende zusätzliche Lehrer und Klassenräume notwendig

Gütersloh, 12. Juli 2017. Die Zeiten sinkender Schülerzahlen sind vorbei. Nach 15 Jahren kontinuierlichem Rückgang kündigt sich ein Schüler-Boom an. 8,3 Millionen Kinder und Jugendliche werden voraussichtlich im Jahr 2025 in Deutschland zur Schule gehen, haben Forscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet. Das sind gut 300.000 Schüler mehr an den allgemeinbildenden Schulen als vor zwei Jahren. Damit erweist sich insbesondere die offizielle Prognose als erheblich zu niedrig: Die Kultusministerkonferenz (KMK) geht bisher für 2025 nur von 7,2 Millionen Schülern aus. Statt demographischer Rendite kommen erhebliche Investitionen auf die Bundesländer zu, weil zehntausende Lehrer und Klassenräume fehlen. weiterlesen

Italian G7 Presidency 2017 - G7 Summit on g7italy.it / Wikimedia Commons - CC BY 3.0 it, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/it/legalcode

Pressemeldung 06.07.2017

Vor dem G20-Gipfel: Wachsender Protektionismus gefährdet die Agenda 2030 der Vereinten Nationen

Gütersloh, 6. Juli 2017. Die Agenda 2030 wackelt: Die Autoren des aktuellen SDG-Index, der jährlich die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) misst, fordern von den G20-Staaten ein klares Bekenntnis zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie kritisieren vor allem den wachsenden Pro-tektionismus und Nationalismus, der die UN-Ziele gefährdet. Kritisch sehen sie auch die Rolle der Industrieländer: Zum einen hinken die meisten OECD-Staaten bei der Erfüllung der Ziele im eigenen Land hinterher. Zum anderen verursachen Industrieländer durch ihr ressourcenintensives Konsumverhalten, unzureichende Finanzierung der Entwicklungshilfe oder den Schutz von Steueroasen häufig Kosten für Entwicklungs- und Schwellenländer. Dadurch erschweren sie ärmeren Staaten, die ambitionierten Ziele bis 2030 zu erreichen. weiterlesen

Archiv Bertelsmann Stiftung/Hanse Advice, Tallinn

Pressemeldung 29.06.2017

Reinhard Mohn Preis 2017 an Toomas Hendrik Ilves verliehen

Gütersloh, 29. Juni 2017. Der ehemalige estnische Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves (63) hat am heutigen Donnerstag den Reinhard Mohn Preis 2017 zum Thema "Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital." der Bertelsmann Stiftung erhalten. Ilves nahm die mit 200.000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Liz Mohn entgegen: "Digitalisierung muss jeden Tag aktiv gestaltet werden. Das ist eine Aufgabe, die Gesellschaft und Politik nur im Dialog mit der Wirtschaft lösen können. Ilves hat genau das getan. Das macht ihn zu einem würdigen Träger des Reinhard Mohn Preises." weiterlesen

mauritius images / Westend61 / Ramon Espelt

Pressemeldung 26.06.2017

Reform des Ruhestands notwendig: Wandel der Arbeitswelt lässt Altersarmut steigen

Gütersloh, 26. Juni 2017. Das deutsche Rentensystem ist nicht ausreichend vorbereitet auf die steigende Zahl von Personen mit flexiblen Arbeitsverhältnissen, unterbrochenen Erwerbsbiographien und geringen Einkommen. Bis 2036 wird das Risiko für Altersarmut weiter steigen. Am stärksten davon betroffen sind alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose. Doch viele der aktuell diskutieren Reformvorschläge können den Trend steigender Altersarmut nicht umkehren, da sie nicht zielgenau auf die Risikogruppen und die Ausbreitung des Niedriglohnsektors eingehen. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung zur Altersarmut, die auf Grundlage repräsentativer Haushaltsdaten die Alterseinkommen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge von 2015 bis 2036 prognostiziert. Die Berechnungen haben die Wirtschaftsforschungsinstitute DIW Berlin und ZEW im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. weiterlesen

Shutterstock / wavebreakmedia

Pressemeldung 23.06.2017

Digitale Innovationen werden für die ältere Generation immer wichtiger

Gütersloh, 23. Juni 2017. Die Zahl der Menschen über 65 steigt in Deutschland nach einer Prognose der Bertelsmann Stiftung bis zum Jahr 2030 um 41,5 Prozent an. Diese Generation möchte möglichst lange selbstbestimmt leben können und aktiver Teil der Gesellschaft bleiben – und zwar bis ins hohe Alter. Die Meisten wollen dabei in den eigenen vier Wänden ihren Lebensabend verbringen. Die Innovationen der Digitalisierung werden sie dabei immer besser unterstützen, wie die Studie "Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter" des Instituts für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE-IT im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt. weiterlesen

Johnny Greig/iStockphoto

Pressemeldung 19.06.2017

Rückenschmerzen: In manchen Regionen wird bis zu 13-mal häufiger operiert als andernorts

Gütersloh, 19. Juni 2017. Operative Eingriffe aufgrund von Rückenbeschwerden nehmen stark zu. Von 2007 bis 2015 stiegen sie um 71 Prozent von 452.000 auf 772.000. Dabei fällt auf, dass bestimmte Rückenoperationen je nach Wohnort der Patienten unterschiedlich häufig durchgeführt werden. Die regional sehr großen Unterschiede haben sich über die Jahre sogar verfestigt. Die Ergebnisse beruhen auf einem neuen Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung, der die Häufigkeit von drei ausgewählten Rückenoperationen in allen 402 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands untersucht hat. Betrachtet wurden die Häufigkeiten von Versteifungsoperationen (Spondylodesen), Entfernungen knöcherner Strukturen am Wirbelkanal (Dekompressionsoperationen) und Bandscheiben-OPs.  weiterlesen

Ulfert Engelkes

Pressemeldung 13.06.2017

Jakob Muth-Preis für inklusive Schule wird am 21. Juni 2017 in Rostock verliehen

Gütersloh, 13. Juni 2017. Der 2009 ins Leben gerufene Jakob Muth-Preis für inklusive Schule geht in diesem Jahr an den Schulcampus Rostock-Evershagen und damit zum ersten Mal an eine Bildungseinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern, an die Antonius-von-Padua-Schule im hessischen Fulda und die Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck, Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet wird auch die niedersächsische Stadt Oldenburg mit der AG Inklusion an Oldenburger Schulen, die das gemeinsame Lernen in allen Schulen systematisch unterstützt und voranbringt. weiterlesen

tpsdave/pixabay.com - Public Domain

Pressemeldung 10.05.2017

Deutschland investiert zu wenig in Glasfaserausbau

Gütersloh, 10. Mai 2017. Unambitionierte Ziele, eine fehlende gesamtstaatliche Strategie, unkoordinierte Förderprogramme und fehlender Mut, konsequent auf Glasfasertechnologien zu setzen, sind die Hauptursachen für das Hinterherhinken Deutschlands beim Ausbau des Glasfasernetzes. Zu diesem Urteil kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Dabei macht das Ausland vor, wie es besser gehen könnte. "Der aktuelle Stand der Glasfaser-Versorgung ist nicht gut, aber das eigentliche Drama ist, dass der Aufholprozess durch politische Weichenstellungen unzureichend unterstützt wird", sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. weiterlesen

Neil Howard / Flickr - CC BY-NC 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Pressemeldung 05.05.2017

Frankreich vor der Wahl: Polarisierte Wähler blicken misstrauisch in die Zukunft

Gütersloh, 5. Mai 2017. Die politischen Gräben zwischen den französischen Wählern sind tiefer als im Rest Europas. Im Vergleich zur EU insgesamt ist die politische Mitte in Frankreich deutlich kleiner und die Ränder sind stärker ausgeprägt. Jeder fünfte Franzose (20 Prozent) beschreibt sich selbst als politisch extrem: 14 Prozent nennen sich selbst rechtsextrem, 6 Prozent linksextrem. In der EU verorten sich nur 7 Prozent der Befragten an den politischen Rändern. Gleichzeitig blickt die Wählerschaft rechts der Mitte in Frankreich deutlich pessimistischer in die Zukunft als alle anderen Wählergruppen. Sie sind auch diejenigen, die die Politik ihres Landes ablehnen, sich ökonomisch abgehängt fühlen und mehrheitlich antieuropäisch eingestellt sind. Darin unterscheiden sie sich deutlich von den Wählern der Mitte und des linken Spektrums. Das zeigt die neue Ausgabe der eupinions, für die über 11.000 Europäer zu ihren politischen Ansichten befragt wurden. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die EU und Frankreich. weiterlesen