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Kai Uwe Oesterhelweg

Pressemeldung, , : Prof. Klaus Schwab erhält den Reinhard Mohn Preis

Der Gründer und Chairman des Weltwirtschaftsforums in Genf hat am heutigen Donnerstag den Reinhard Mohn Preis der Bertelsmann Stiftung erhalten. Prof. Klaus Schwab nahm die mit 200.000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Liz Mohn entgegen. Mit der Preisvergabe würdigt die Bertelsmann Stiftung den Wirtschaftsprofessor als Vordenker verantwortungsvollen Unternehmertums. Die Festrede vor rund 500 Gästen im Gütersloher Stadttheater hielt der Präsident der Weltbank Dr. Jim Yong Kim.

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Gütersloh, 16. Juni 2016. "Wir brauchen Unternehmer, die sich für das Wohl der Gesellschaft einsetzen", betonte Liz Mohn in ihrer Laudatio. Prof. Klaus Schwab habe als einer der ersten erkannt, dass Unternehmen angesichts der Globalisierung in einer zunehmend vernetzten Welt eine besondere ökonomische und soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft tragen. "Weitblick, klare Werteorientierung und herausragendes diplomatisches Geschick: diese Eigenschaften setzt Prof. Klaus Schwab ein, um seine Vision von einer besseren Welt zu verwirklichen", sagte Liz Mohn. Die Bertelsmann Stiftung ehre Prof. Schwab auch als Brückenbauer zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – über kulturelle und nationale Grenzen hinweg.Bereits Anfang der 70er Jahre hat Prof. Klaus Schwab sein Konzept entwickelt, nach dem sich Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und zugleich die Interessen aller gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigen müssen: von den Mitarbeitern über die Kunden und Lieferanten bis hin zur gesamten Gesellschaft. Bei der Umsetzung setzt er stets auf den Dialog und auf den Austausch von Wissen und Ideen. Mit dem Weltwirtschaftsforum hat Prof. Klaus Schwab dafür eine einzigartige Plattform geschaffen, um die globalen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Dabei gelingt es ihm, hochaktuelle Themen wie die Globalisierung, oder jüngst die Digitalisierung, auf die Agenda des Weltwirtschaftsforums zu setzen. "Prof. Klaus Schwab hat gezeigt, wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ihren Kompass in Richtung eines gemeinsamen Verständnisses für eine bessere Zukunft ausrichten können", unterstrich Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, in seiner Rede.

Viele bedeutende Initiativen, in denen Unternehmen mit Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam an der Umsetzung von Problemlösungen arbeiten, sind durch die Impulse von Prof. Klaus Schwab entstanden. So war das Weltwirtschaftsforum der Geburtsort des UN Global Compact, zu dem der damalige UN-Generalsekretär und Reinhard Mohn Preisträger von 2013, Kofi Annan, aufrief. Der UN Global Compact gilt bis heute als das größte Netzwerk verantwortungsvollen Unternehmertums weltweit. Aber auch für den Global Fund zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, die Kleinbauern-Initiative Grow Africa oder die Impfallianz GAVI, die seit ihrer Gründung über 200 Millionen Kinder weltweit impfte, war das Weltwirtschaftsforum ein bedeutender Katalysator. Diese Beispiele zeigen, wie es ihm gelungen ist, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in wirkungsstarke Partnerschaften umzusetzen.

Prof. Klaus Schwab hat auch zahlreiche historische Begegnungen vermittelt: So traf 1989 bei der Jahreskonferenz des Weltwirtschaftsforums in Davos der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem Vorsitzenden des DDR-Ministerrates Hans Modrow zusammen, um die deutsche Wiedervereinigung zu diskutieren. Das Treffen zwischen Nelson Mandela und dem damaligen südafrikanischen Präsidenten Frederik Willem de Klerk 1992 markierte einen Meilenstein in der politischen Transformation von Südafrika.

Zusatzinformation:

Derzeit konzentriert sich das Weltwirtschaftsforum unter der Führung von Prof. Schwab auf die Auseinandersetzung mit den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der vierten industriellen Revolution, die in Deutschland unter dem Schlagwort Industrie 4.0 diskutiert wird. Das Preisgeld wird Prof. Schwab nutzen, um weitere Forschungsaktivitäten im Bereich des technologischen Wandels zu finanzieren. Schwerpunkt ist dabei die zunehmende Verschmelzung der physischen, digitalen und biologischen Welt und die damit einhergehenden Auswirkungen auf unsere individuelle Identität  und unser Gemeinwesen. Die Ergebnisse dieser Forschung werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Über den Reinhard Mohn Preis:

Der Reinhard Mohn Preis erinnert an den Gründer der Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn († Oktober 2009). Der Preis wird jährlich verliehen und zeichnet international renommierte Persönlichkeiten aus, die sich um wegweisende Lösungen zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen verdient gemacht haben. Die Preisvergabe basiert auf einer weltweiten Recherche nach innovativen Konzepten und exemplarischen Lösungsansätzen für Herausforderungen, die für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind. In diesem Jahr heißt das Thema "Verantwortungsvolles Unternehmertum".

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für eine gerechte Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben ein. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Demokratie, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur und Wirtschaft. Durch ihr Engagement will sie alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet operativ und ist unabhängig vom Unternehmen sowie parteipolitisch neutral.