Pressemitteilung, , Berlin/Gütersloh: ''Geschützter Raum'' für Nachwuchssänger

Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung fördert das Internationale Opernstudio der Staatsoper Berlin

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Voller Inbrunst interpretiert der argentinische Bass Fernando Javier Radó die Philipp-Arie aus Giuseppe Verdis Don Carlo. Nicht minder ausdrucksstark sind die israe­lische Sopranistin Enas Massalha und der ukrainische Bariton Viktor Rud, die in dem Duett von Pamina und Papageno aus Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte viel komödiantisches Talent zeigen. Und die Israelin Gal James trägt mit ihrem vollen, runden Sopran drei Lieder von Richard Strauss vor. Die Nachwuchssänger gehören zu den insgesamt sechs Stipendiaten der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung, die im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden zwei Jahre lang gefördert werden.

Das Opernstudio bietet jungen Sängern "eine Art geschützten Raum, in dem sie sich behutsam entwickeln und ausprobieren können", sagte Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, bei der offiziellen Vorstellung des Projektes im Apollo-Saal der Staats­oper. Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung finanziert das Ausbildungsprogramm bis 2011 mit rund 250.000 Euro jährlich. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim weiß, dass die Nachwuchs­sänger intensiv an sich arbeiten müssen. Denn der Weg zu einer internationalen Karriere ist steil. Begabung allein reiche nicht aus, notwendig sei auch viel Disziplin, sagte Barenboim. "Kunst ist eine Mischung aus Fantasie und Strenge."

Eröffnet wurde das von Boris Anifantakis geleitete Opernstudio bereits am 1. November 2007. Die sechs Sänger, unter ihnen auch die spanische Mezzosopranistin Silvia De La Muela und der australisch-irische Tenor Paul O’Neill, haben seither Gelegenheit, die reguläre Ensemblearbeit kennen zu lernen. Sie werden gezielt darauf vorbereitet, in Aufführungen der Staatsoper kleine und mittlere Partien zu übernehmen. Dafür erhalten die Stipendiaten auch szenischen Unterricht und Fremdsprachen-Training. Ihre frisch erworbenen Kenntnisse werden sie überdies in einer eigenen Produktion des Opernstudios zeigen. Bühnenneulinge sind die Teilnehmer des Opernstudios aber keineswegs – sie konnten bereits internationale Erfahrungen und Preise sammeln. In Berlin war Enas Massalha erst kürzlich in "Der Spieler" von Sergej Prokofjew zu erleben, während Gal James im vergangenen Jahr in Jules Massenets Oper "Manon" an der Seite von Anna Netrebko und Rolando Villazón auftrat.

Als Initiatorin und Förderin des internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN beobachtet Liz Mohn seit nunmehr 20 Jahren, wie sehr Musik Menschen über sprachliche und kulturelle Gren­zen hinweg verbinden kann. Ebenso wichtig wie die Nachwuchspflege ist ihr die musikalische Früherziehung. Wie Daniel Barenboim, der Musikkindergärten in Ramallah und Berlin gegründet hat, unterstützt auch Liz Mohn Projekte für die Kleinsten. Denn ohne Bildungsinitiativen, die Musik nachhaltig in der Gesellschaft verankern, würden Theater- und Konzertsälle irgendwann leer stehen – und auch die Absolventen des Opernstudios hätten kein Publikum mehr.

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