Pressemitteilung, , Gütersloh: Bertelsmann Stiftung würdigt Lebenswerk von Reinhard Mohn

Thielen kündigt neue Programme zur Zukunft der Demokratie und der Sozialen Marktwirtschaft an

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Die Bertelsmann Stiftung will das Vermächtnis Reinhard Mohns bewahren und die Erinnerung an sein Lebenswerk wachhalten. „Reinhard Mohn wird den Charakter, die Kultur und die Arbeitsweise unserer Stiftung weit über seinen Tod hinaus prägen und beeinflussen“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Gunter Thielen bei der Vorlage des Jahresberichts 2009. Zur Würdigung des Lebenswerks kündigte Thielen die Gründung eines „Reinhard-Mohn-Instituts für Unternehmensführung und Corporate Governance“ (RMI) an der Privaten Universität Witten/ Herdecke, die Aktivierung der Ende 2006 gegründeten Reinhard Mohn Stiftung und die Umbenennung des international angesehenen Carl Bertelsmann-Preises in Reinhard Mohn-Preis an.

Das RMI an der Privaten Universität Witten/-Herdecke soll als Forschungseinrichtung die Ideen und Konzepte Reinhard Mohns zur Unternehmenskultur und Führung weiterentwickeln. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Analyse von Themen der Unternehmensführung, Corporate Governance und des Controlling. Zudem will das RMI exzellente, praxisorientierte Bildungsangebote für Studierende der Wirtschaftswissenschaften anbieten.

Auch die bereits im November 2006 errichtete Reinhard Mohn Stiftung soll in naher Zukunft ihre Arbeit aufnehmen. Die gemeinnützige Stiftung wird von seinem Sohn Christoph geführt und soll überwiegend Projekte in der Region Ostwestfalen fördern. Die Satzung der Stiftung lässt ein breites Tätigkeitsspektrum zu, beispielsweise die Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen im Bereich des Sozialwesens, des Bildungswesens, der Kultur oder der Völkerverständigung. Der Reinhard Mohn Stiftung wird pro Jahr ein mittlerer sechsstelliger Betrag für ihre Arbeit zur Verfügung stehen.

Der erstmals im Jahr 1988 vergebene Carl Bertelsmann-Preis wird in Reinhard Mohn-Preis umbenannt. Die Verleihung dieser international anerkannten Auszeichnung spiegelt wie kein anderes Projekt die von Reinhard Mohn entwickelte Reformmethodik wider. Sie trägt auch den Titel seines letzten Buches und bleibt für die Stiftungsarbeit wegweisend: „Von der Welt lernen“. So hat die Bertelsmann Stiftung mit ihren weltweiten Recherchen zum Carl Bertelsmann-Preis vorbildliche ausländische Lösungsmodelle in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet, um damit Reformimpulse in Deutschland auszulösen.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Bertelsmann Stiftung im kommenden Jahr sagte Thielen: „Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass das Vertrauen in die handelnden Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erheblich gelitten hat.“ Viele Bürger hätten das Gefühl, dass ihre Interessen nicht mehr adäquat vertreten würden. Daher wolle sich die Bertelsmann Stiftung in den kommenden Jahren verstärkt mit der Zukunft der Demokratie und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland befassen.

Dazu verleiht sie im Jahr 2011 ihren Reinhard Mohn-Preis zum Thema „Demokratie vitalisieren – politische Teilhabe stärken“ Gesucht werde ein Preisträger, dem es gelinge, die Distanz zwischen Politik und Bürgern zu verringern und neue Formen demokratischer Problemlösung zu etablieren, sagte Thielen.

Die Verleihung des Reinhard Mohn-Preises wird mit einem innovativen Beteiligungsformat verknüpft, das die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Heinz-Nixdorf-Stiftung entwickelt hat und das nun erstmals in die Fläche geht. Insgesamt 10.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sollen neue Ideen und Projekte für sozialen Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit entwickeln. Dazu werden bundesweit in 25 Städten regionale BürgerForen mit jeweils 400 Teilnehmern durchgeführt. Die Teilnehmer an diesen BürgerForen werden auch über den Gewinner des Reinhard Mohn-Preises entscheiden.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet ein neues, programmübergreifendes Projekt mit dem Titel „Zukunft Soziale Marktwirtschaft“, in das die Bertelsmann Stiftung in den kommenden drei Jahren insgesamt 4 Millionen Euro investieren wird. Dabei sollen die Handlungsfelder Bildung, Integration, demographischer Wandel, Arbeitsmarkt und soziale Sicherung unter die Lupe genommen werden.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für das Gemeinwohl ein. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie internationale Verständigung und fördert das friedliche Miteinander der Kulturen. Durch ihr gesellschaftliches Engagement will sie alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich ebenfalls für das Gemeinwohl einzusetzen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. Die Bertelsmann Stiftung ist unabhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral. Im laufenden Geschäftsjahr verfügt die Bertelsmann Stiftung mit ihren 331 Mitarbeitern über einen Etat von rund 60 Millionen Euro. Seit ihrer Gründung hat sie insgesamt 868 Millionen Euro in ihre gemeinnützigen Initiativen investiert.

Weitere Informationen finden Sie in der Spalte rechts neben diesem Text.