Toomas Hendrik Ilves mit den Reinhard Mohn Preis 2017 und den Damen Mohn
Kai Uwe Oesterhelweg

Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital.

Mit der Verleihung des Reinhard Mohn Preises „Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital.“ am 29. Juni 2017 an den ehemaligen estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves fand eine umfangreiche internationale Recherche zur Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft ihren vorläufigen Höhepunkt.

Machen Sie sich selbst ein Bild – hier finden Sie einige Impressionen vom Festakt zur Preisverleihung:

Mit dem Thema Smart Country nehmen wir gesellschaftliche Megatrends in den Blick, die Deutschland vor große Herausforderungen stellen: Digitalisierung und demographischer Wandel.
Sie verändern und beeinflussen alle Lebensbereiche der Menschen.

Brigitte Mohn, Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung

Digitalisierung – Chancen für mehr Teilhabe

Die inhaltliche Vorbereitung des Themas startete im Herbst 2015 mit dem Ziel, vor allem die Chancen der Digitalisierung in den Blick zu nehmen. Auch wenn eine sinnvolle Gestaltung der digitalen Transformation nicht ohne Berücksichtigung der Risiken erfolgen kann, lag unser Fokus auf der Frage, inwieweit Digitalisierung zu mehr Teilhabechancen beitragen kann. So wurden mehr als 100 Anwendungsbeispiele aus etwa 30 Ländern recherchiert, die verschiedene Handlungsfelder betreffen: 

Alle Beispiele zeigen schon heute, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet. Auch wenn diese nicht immer eins zu eins auf Deutschland übertragen werden können, bieten sie vielfältige Anregungen und können Ausgangspunkt für eigene Ideen und Konkretisierungen sein.

Luftbild einer ländlichen Region.

INTERNATIONALE RECHERCHE

Das Smart Country entdecken

Wir haben uns weltweit umgesehen, wie intelligente Technik und Vernetzung unser aller Leben verbessern können: in der Pflege, im Arbeitsleben, im Gesundheitswesen, in Politik und Bildung. zum Webspecial

Recherchereisen – Von Vorbildern lernen

Neben den Anwendungsbeispielen war es uns wichtig, die Strategien ausgewählter Länder näher zu betrachten. Dabei haben wir mit Estland, Israel, Österreich und Schweden Länder gefunden, die die Digitalisierung nicht nur früher, sondern auch zielführender und effektiver als Deutschland genutzt haben.

Unsere Eindrücke haben wir für Sie filmisch zusammengefasst:

Wir haben in diesen Ländern staatliche Strategien zur Gestaltung und Nutzung der digitalen Transformation kennengelernt, die vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher geopolitischer und wirtschaftlicher Ausgangssituationen entwickelt wurden. Ihnen ist bei aller Unterschiedlichkeit jedoch eines gemeinsam: In allen Ländern wurden die Chancen, die in der Digitalisierung liegen, sehr früh erkannt und die notwendigen Grundlagen für ihre Nutzung geschaffen – etwa beim Breitbandausbau oder bei der Entwicklung digitaler Kompetenzen. Es gab und gibt dort einen ausgeprägten politischen Willen zur Umsetzung, pragmatisch und orientiert an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger. Und vielleicht am wichtigsten: Akteure aus Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft arbeiten intensiv, konstruktiv und pragmatisch zusammen.

Die Preisverleihung – Der Festakt am 29. Juni 2017

Als Politiker, der die Möglichkeiten der Digitalisierung für gesellschaftlichen Aufbruch früh erkannt und als estnischer Staatspräsident auch umgesetzt hat, wurde Toomas Hendrik Ilves am 29. Juni 2017 mit dem Reinhard Mohn Preis 2017 geehrt.

Mit der Preisvergabe würdigt die Bertelsmann Stiftung ihn als Vordenker und Wegbereiter der Digitalisierung in Regierung, Verwaltung und Bildung. Insbesondere während seiner zehnjährigen Präsidentschaft (2006–2016) machte Toomas Hendrik Ilves die digitale Transformation in Estland zur Chefsache und trieb sie ebenso konsequent wie umsichtig voran. Estland gilt heute weltweit als digitale Vorzeigenation.