Blick aufs Armaturenbrett eines selbstfahrenden Autos, das über eine Autobahn fährt. Am Lenkrad, auf der Windschutzscheibe und auf einem Bildschirm in der Mittelkonsole zeigen Projektionen Daten zum Fahrzeug und zur Route.
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Selbstfahrende Autos, Busse oder Bahnen werden in 10 bis 20 Jahren Realität sein. In dieser Vorhersage sind sich die Deutschen laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage mit den Mobilitätsforschern des Fraunhofer-Instituts IESE Kaiserslautern einig. Auch den Nutzen, den die digitale Technik für eher wenig mobile Bevölkerungsgruppen hat, betrachten Bürger und Experten ähnlich positiv. Und doch zeigt sich beim Thema Straßenverkehr ein gespaltenes Verhältnis der Deutschen zur Digitalisierung. Auch wenn das automatisierte Fahren Vorteile bietet, betrachtet es die große Mehrheit sehr skeptisch.

Zwei Drittel der Befragten sagen in der Umfrage, sie stünden der Technik des autonomen Fahrens grundsätzlich misstrauisch gegenüber. Begeisterung signalisiert hingegen nur etwa jeder Vierte. Dementsprechend können sich 61 Prozent auch nicht vorstellen, ein selbstfahrendes Auto zu nutzen. Dabei sehen die Befragten durchaus für etliche Gruppen einen möglichen Gewinn an Mobilität: Am häufigsten genannt werden Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Menschen ohne Führerschein, Touristen und Stadtbewohner.

Hoffnung auf weniger Stress

Selbst ein Auto zu nutzen, das per Computer gesteuert wird, kann sich die Mehrheit der Befragten am ehesten bei längeren Autobahnfahrten (59 Prozent) und Nachtfahrten in den Urlaub (51) vorstellen. Bei der täglichen Fahrt zur Arbeit wäre das immerhin noch für 44 Prozent denkbar.

"Je stressiger die Situation, um von A nach B zu kommen, desto offener sind die Menschen für digitalen Fortschritt im Straßenverkehr."

Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung

Die Hoffnung auf weniger Stress im Straßenverkehr spiegelt sich in den Einstellungen von Vielfahrern und Großfamilien. Wer viel Zeit im Auto verbringt, oder sich oft mit anderen einigen muss, wer wann das Auto nutzen kann, ist von der neuen Technologie wesentlich häufiger begeistert. Da scheint es nur logisch, wie die Befragten am liebsten die gewonnene Zeit verbringen möchten, während das Auto sich selbst steuert: Auf Platz eins steht "aus dem Fenster schauen" (73 Prozent), gefolgt von "entspannen" (59), "lesen" (47) und "im Internet surfen" (39).

Höheres Unfallrisiko oder mehr Sicherheit?

Die Experten der Fraunhofer-Gesellschaft haben für uns Szenarien zum Thema "Mobilität und Digitalisierung" entwickelt. Die Fachleute halten es für wahrscheinlich, dass das automatisierte Fahren zwischen 2027 und 2037 zumindest auf vorgegebenen Routen funktioniert. Autonome Shuttles verkehren dann als Linienbus, Schulbus oder Zubringer zum nächstgelegenen Bahnhof.

"Wenn der Personen-Nahverkehr durch Automatisierung günstiger und das gesparte Geld in bessere Taktung und mehr Angebote investiert würde, würde das den ländlichen Raum erheblich attraktiver machen", sagt Brigitte Mohn. Allerdings teilen laut Emnid-Umfrage nur 45 Prozent der Deutschen diese Erwartung.

Und während die Experten in ihren Zukunftsszenarien insbesondere für Kinder und Jugendliche Chancen sehen, mit autonomen Shuttles unproblematisch zum Unterricht, zum Sport oder ins Kino zu kommen, unterstützen das lediglich 34 Prozent der Befragten.

Chance für das Car-Sharing

Diese Zurückhaltung mag mit den Gründen zu tun haben, warum die Deutschen selbstfahrenden Autos misstrauen: Am häufigsten genannt wird die Angst vor Unfällen (84 Prozent). Es folgen die Sorge vor Verlust der eigenen Kontrolle über das Auto (83) und vor Hacker-Angriffen (74). Die Forscher kommen in der Studie zu genau entgegengesetzten Annahmen. Für sie verhindert automatisiertes Fahren zu langsame Reaktionszeit, Müdigkeit, Ablenkung und andere menschliche Faktoren, die Unfälle verursachen.

Große Chancen sehen die Fraunhofer-Experten im Einsatz selbstfahrender Autos für das Car-Sharing. Die Autos würden ähnlich wie Taxis funktionieren: Sie holen den Fahrgast ab und kehren nach der Fahrt selbstständig zu ihrem Standort zurück. Die Forscher halten diese Möglichkeit sogar für so attraktiv, dass sie davor warnen, die Nachfrage nach Autos könnte erheblich zunehmen und die Straßennetze belasten. Dies träte wohl vor allem dann ein, wenn Car-Sharing-Modelle als Zweit- oder Drittwagenersatz fungierten. Ganz unwahrscheinlich ist das nicht, denn für 66 Prozent der Deutschen käme trotz dieses komfortablen Modells eines auf keinen Fall in Frage: der Verzicht aufs eigene Auto.

Die Infografik zeigt, wie verschiedene Mobilitätskonzepte wie zum Beispiel Car Sharing, Gemeindebusse und Fahrradschwärme den Schulunterricht im Jahr 2030 im ländlichen Raum erleichtern. Auch für den Schulunterricht auf dem Land bieten moderne Mobilitätskonzepte neue Chancen. Wie können dabei spezielle Unterrichtsmodelle und die Eltern ihren Beitrag leisten? Das sehen Sie in der kompletten Infografik, die Sie rechts (in mobiler Ansicht: unten) herunterladen können.

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