Zertifikatsübergabe an eine junge Frau
© Arne Weychardt / Bertelsmann Stiftung

Nationale Experten aus verschiedenen europäischen Ländern haben die jeweiligen Anerkennungssysteme mit dem Ziel untersucht, Transfermöglichkeiten von Good Practices für Deutschland zu finden.

In Deutschland und in vielen europäischen Staaten wird darüber diskutiert, wie Erfahrungswissen sichtbar und beruflich verwertbar gemacht werden kann. Bisher eröffnen fast ausschließlich formale Bildungsgänge Arbeitsmarkt- und soziale Aufstiegschancen. Kompetenzen hingegen, die Menschen informell in Beruf und Freizeit oder non-formal in der Weiterbildung erwerben, gelten bisher wenig, obwohl sie für die berufliche Handlungsfähigkeit in vielen Fällen bedeutender sein mögen als das formell zertifizierte Wissen.

Insbesondere Menschen ohne formalen Schul- oder Berufsabschluss, aber mit langjähriger Berufserfahrung, und auch Menschen mit im Ausland erworbenen Berufskompetenzen könnten von einer Validierung informellen Lernens profitieren. Hier können wir viel von unseren europäischen Nachbarn lernen.

Für Deutschland gibt es erheblichen Nachholbedarf auf allen fünf betrachteten Kernelementen Recht, Verfahren und Instrumente, Finanzierung, Institutionalisierung und Support. Wichtige Prinzipien eines Anerkennungssystems non-formaler und informeller Kompetenzen sind der einfache Zugang für alle Zielgruppen, die Gleichartigkeit oder zumindest Gleichwertigkeit der Abschlüsse, die Akzeptanz bei Unternehmen und die Bekanntheit bei Zielgruppen und Unternehmen.

Zu diesen fünf Kernelementen werden in den nächsten Wochen Blogbeiträge veröffentlicht.

Die Broschüre zum Thema finden Sie hier.

Die ausführliche Studie mit allen acht europäischen Länderberichten ist  beim Bertelsmann Verlag erhältlich: Anerkennung von Kompetenzen. Was Deutschland von anderen Staaten lernen kann. Gütersloh 2015 (ISBN 978-3-86793-582-1)