Bertelsmann Stiftung (ed.)

Dr. Cora Jungbluth, Dr. Thieß Petersen, Dr. Erdal Yalcin, Luisa Kinzius, Gabriel Felbermayr, PhD

Policy Brief #2017/09: Wie versteckter Protektionismus den internationalen Handel beeinflusst

Policy Brief Reihe Zukunft Soziale Marktwirtschaft

Format Type
PDF
Date of publication
08/12/2017
Edition
1. edition

Price

Free of charge

Description

Zölle behindern den Handel. Sie sind ein sichtbares Instrument, um die heimische Industrie vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Weniger sichtbar hingegen sind sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse (NTHs), zum Beispiel mengenmäßige Importbeschränkungen oder staatliche finanzielle Hilfen für heimische Anbieter.

Die zwischen 2010 und 2015 weltweit eingeführten NTHs waren für rund 16 Prozent des ausbleibenden Welthandels im Jahr 2015 verantwortlich. Die deutschen Exporte hätten 2015 mindestens 43 Milliarden US-Dollar höher sein können, wenn es diese NTHs nicht gegeben hätte. Der Wert der deutschen Importe hätte 2015 mindestens 34 Milliarden US-Dollar über dem tatsächlichen Importvolumen liegen können. Das zeigt die vorliegende Studie des ifo Instituts München im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Ausgehend von den quantitativen Ergebnissen dieser Studie zieht der vorliegende Policy Brief auch wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen für das Welthandelssystem. Die Autoren argumentieren, dass die Behandlung von NTHs – analog zu den Zollsenkungsrunden – unter dem multilateralen Dach der Welthandelsorganisation (WTO) durchgeführt werden sollte. Langfristiges Ziel sollten weltweit einheitliche Regelungen sein, um faire Rahmenbedingungen für den internationalen Wettbewerb zu schaffen. Hierbei sollte aber auch besonderes Augenmerk auf den speziellen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Industrieländern auf der einen und Entwicklungs- und Schwellenländern auf der anderen Seite liegen.

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