Bertelsmann Stiftung (ed.)

Claudia Burkard

Ländermonitor berufliche Bildung 2019

Zusammenfassung der Ergebnisse

  • 1. edition 2019, 32 pp (PDF)
  • Free of charge

In Deutschland finden Ausbildungsbewerber und Betriebe immer schwieriger zueinander. Konnten 2009 rund 17.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, obwohl es noch 93.000 unvermittelte Bewerber gab, stehen 2018 fast 58.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen noch 78.000 suchende Bewerber gegenüber.

Rein rechnerisch hat sich die Situation dabei für Ausbildungssuchende weiter verbessert. Bundesweit stehen 2018 je 100 Bewerbern knapp 97 Ausbildungsplätze zur Verfügung, 2016 waren es 94, 2007 sogar nur 85. Zudem stieg 2018 sowohl die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen als auch die Zahl der Ausbildungsanfänger gegenüber dem Vorjahr. . Allerdings sind die Ausbildungschancen regional sehr unterschiedlich verteilt. Während in Bayern 100 Bewerbern 110 und in Thüringen 105 Ausbildungsstellen gegenüberstehen, sind es in Berlin gerade einmal 86.

Immer häufiger tritt dabei das als Passungsproblem bezeichnete Phänomen auf, dass gleichzeitig unbesetzte Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerber auftreten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Teils gibt es interessierte Jugendliche für die angebotenen Ausbildungsplätze, aber es wird kein Ausbildungsvertrag geschlossen, weil der Betrieb die Bewerber nicht für geeignet hält oder die Jugendlichen den Betrieb nicht für attraktiv genug halten. Oder aber die Bewerber interessieren sich für einen anderen als den angebotenen Ausbildungsberuf. Auch fehlende Mobilität kann eine Ursache sein, wenn sich Ausbildungsbetriebe und Bewerber in unterschiedlichen Regionen befinden.

Das geht aus dem Ländermonitor berufliche Bildung 2019 hervor, dessen Ergebnisse in der vorliegenden Broschüre zusammengefasst werden. Der Ländermonitor berufliche Bildung 2019 ist ein Forschungsprojekt des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) zusammen mit der Abteilung für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung der Universität Göttingen (Prof. Susan Seeber) und wird von der Bertelsmann Stiftung gefördert. Der Ländermonitor untersucht Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der beruflichen Bildung in den Bundesländern vergleichend und im Zeitverlauf. Ausgewertet werden Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung, der Bundesagentur für Arbeit und der statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie Dokumente zur Berufsbildungspolitik aus den Bundesländern.