Bertelsmann Stiftung (ed.)

Katharina Knüttel, Nora Jehles, Volker Kersting

Frühe Bildung trifft Armut?

Das regionale Verhältnis von frühkindlicher Bildung und Kinderarmut in NRW

  • 1. edition 2019, 16 pp (PDF)
  • Free of charge

Kinder sind häufiger als Erwachsene und oft dauerhaft von Armut betroffen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist die Kinderarmut im Bundesvergleich besonders hoch; jedes fünfte Kind wächst hier in Armut auf. Armut hat Folgen für die Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern. Studien haben gezeigt, dass frühkindliche und gute Bildungsangebote hier präventiv wirken können.

Das frühkindliche Bildungssystem in Deutschland ist seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren im Jahre 2013 von einer starken Dynamik geprägt. Dies gilt auch für Nordrhein-Westfalen. Der Ausbau der frühkindlichen Bildung erfolgt bisher vor allem vor dem Hintergrund der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der armutspräventive Charakter rückt jedoch zunehmend in den Fokus. Wie sieht es in dieser Hinsicht innerhalb Nordrhein-Westfalens aus? Ist die Betreuungsquote in den Kommunen gut und wie erfolgt der Ausbau dort, wo es hinsichtlich der Folgen von Kinderarmut besonders nötig ist? Diese Fragen stehen im Vordergrund der aktuellen Kurzanalyse. Es zeigt sich eine insgesamt unbefriedigende Situation mit regional unterschiedlicher Schärfe: Gerade dort, wo die Kinderarmut hoch ist und somit Kinder besonders von guten frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten profitieren könnten, sind die Betreuungsquoten eher niedrig und steigen tendenziell schwächer an.