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Studie: Einfluss von Bildung und Gesundheit auf Erwerbsbeteiligung und gesamtwirtschaftliche Effekte von Alterung

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Hintergrund

In der Studie „Macroeconomic Consequences of Ageing and Directed Technological Change“ hat das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung für uns analysiert, welche Folgen die demografische Alterung auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft in sieben Industrienationen (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, USA und Japan) bis 2050 voraussichtlich haben wird und welche Potenziale dabei von dem arbeitssparenden technologischen Fortschritt ausgehen. Die Studie knüpft an die Methodik der EU-Ageing-Reports an und erweitert diese, indem sie den Zusammenhang zwischen Totaler Faktorproduktivität und der Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt. Um die Effekte der demografischen Alterung auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den sieben Industrienationen noch differenzierter einschätzen zu können, sind weitere Verfeinerungen des Modells insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Erwerbsquoten nötig. In den EU-Ageing-Reports werden die Erwerbsquoten mit einem dynamischen Kohortenmodell und unter Berücksichtigung der Pensionsreformen aus der jüngeren Vergangenheit in die Zukunft fortgeschrieben. Verhaltensänderungen und Unterschiede zwischen Personengruppen, die über die Kohortenzugehörigkeit hinausgehen, werden nicht berücksichtigt. Empirische Studien belegen jedoch, dass das Partizipationsverhalten am Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsfähigkeit wesentlich durch das Bildungs- und Gesundheitsniveau bestimmt sind.  

Ziele

Ziel der Studie ist es, zu einer differenzierteren Betrachtung bzw. zu alternativen Einschätzungen des zukünftigen Entwicklungspfades der Erwerbsquoten und damit auch der Gesamtwirtschaft zu gelangen, indem neben dem Alter und damit dem demografischen Wandel auch Verschiebungen in der Bildungsstruktur und bildungsspezifische Erwerbsquoten sowie der Zusammenhang von Bildung, Gesundheit und Erwerbsbeteiligung berücksichtigt werden.

Vorgehen

Die zukünftige Entwicklung der Erwerbsbeteiligung wird mithilfe eines dynamischen Mikrosimulationsmodells untersucht. Das Modell besteht aus mehreren miteinander verbundenen Modulen, in denen die Determinanten der Erwerbsbeteiligung – einschließlich Bildung, Fertilität, Sterblichkeit, Partnerschaft und Gesundheitszustand – modelliert werden. Dadurch können Veränderungen der Bildungsstruktur und die dynamischen Auswirkungen der Bildung auf Gesundheit und Erwerbsverhalten berücksichtigt werden. Als Datengrundlage dienen international standardisierte Surveys wie EU-SILC, die Arbeitskräfteerhebung und harmonisierte Panelerhebungen zur Erforschung gesundheitlicher, sozialer und ökonomischer Aspekte des demografischen Wandels wie SHARE für Europa und HRS für die USA.

Projektpartner

Dr. Thomas Leoni (Projektleitung) mit Dr. Thomas Horvath, Dr. Serguei Kaniovski, Dr. Martina Spielauer, Dr. Thomas Url, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

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