Ein Mann diskutiert mir einer Frau
Veit Mette

Weisse Liste: Für Patienten, für Qualität

Die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland ist hoch. Doch es gibt Unterschiede zwischen einzelnen Ärzten, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Die Weisse Liste hat den Anspruch, diese Unterschiede transparent zu machen - über das Internetportal www.weisse-liste.de. Das Ziel: Patienten können den für sich passenden Gesundheitsanbieter wählen. Die Anbieter selbst kommen in einen Wettbewerb um Qualität, von dem wiederum die Patienten profitieren.

Wer krank ist oder Pflege benötigt, der möchte sich in guten Händen wissen – diese Überlegung stand am Anfang des Projekts Weisse Liste. Doch woher weiß ich als Patient, Pflegebedürftiger oder Angehöriger welcher Arzt, welches Krankenhaus oder welche Pflegeeinrichtung für mich passend ist? Wer ist Experte für meine Erkrankung, wer achtet am besten auf meine Bedürfnisse? Und ist zu erwarten, dass alle Gesundheitsanbieter die gleiche oder ähnliche Qualität bieten?

Transparenz als Grundlage für Qualität

Die Weisse Liste will Bürgern Orientierung bieten und fundierte Wahlentscheidungen ermöglichen. Sie hat den Anspruch, Informationen zum Angebot und zur Qualität von Gesundheitsanbietern zu erschließen und aufzubereiten - so, dass auch Laien sie verstehen. Sie will Transparenz schaffen und damit dafür sorgen, dass die Anbieter in einen fairen Wettbewerb um die beste Qualität kommen. Von diesem Wettbewerb profitieren wiederum die Bürger, weil die Qualität insgesamt steigt.

Der Hintergrund: Immer mehr Menschen wollen heute mitentscheiden, wenn es um ihre Gesundheit geht – der Patient wird zum aktiven Part im Gesundheitswesen. Zugleich ist die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland zwar insgesamt hoch, aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern.

Transparenz über Qualität unterstützt Patienten bei ihren Wahlentscheidungen. Sie erzeugt aber auch einen positiven Wettbewerb zwischen Gesundheitsanbietern. In der Folge verbessert sich die Versorgungsqualität insgesamt.
Uwe Schwenk, Programmdirektor "Versorgung verbessern - Patienten informieren"

Anspruch: Verlässlicher Wegweiser im Gesundheitswesen

Zentraler Projektbaustein ist das Portal www.weisse-liste.de – seit 2008 online. Der Titel steht für eine geordnete Übersicht („Liste“) und die Nähe zu den Bereichen Medizin und Gesundheit („Weisse“). Das Portal unterstützt seine Nutzer ganz praktisch bei der Suche nach dem passenden Anbieter vor Ort oder – wenn nötig – bundesweit. Es unterscheidet sich dabei von anderen, zumeist kommerziellen Anbietern: Zuerst indem es komplett werbe- und kostenfrei ist. Aber auch: Indem es in allen Bereichen mit einem besonderen Anspruch an seine Informationsqualität arbeitet; etwa durch wissenschaftlich entwickelte Fragebögen oder besondere Anforderungen an Manipulationssicherheit.

Drei große Projektthemen

Gestartet ist die Weisse Liste mit einem Krankenhausvergleich, inzwischen gibt es weitere große Themenfelder. Dabei unterscheiden sich die Datengrundlagen und Aufgaben teils deutlich:

Mehr als ein Portal

Die Weisse Liste versteht sich nicht „nur“ als Portal, sondern auch als Projektplattform. Ihr Anspruch ist es, Partner mit den gleichen Zielen zusammenzubringen und mit ihnen zusammenzuarbeiten – sowohl bei der Entwicklung neuer Informationsbereiche als auch bei der Vermittlung der Ergebnisse. Das Projekt wird gemeinsam getragen von der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef-Laumann, ist Schirmherr. Seit 2011 ist die Weisse Liste gemeinnützig GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bertelsmann Stiftung, für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Portals zuständig.

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