Ein Kompass liegt auf einem Blatt Papier. Er hat in der Mitte eine Kugel mit der Europäischen Flagge darauf.
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, Vision Europe Summit: Europas Sozialstaaten – Zeit zum Handeln!

 

Die Reform der europäischen Sozialstaaten ist eine schwierige gesellschaftliche und politische Aufgabe. Aber sie ist unumgänglich, damit die Sozialstaaten auch in Zukunft noch sozialen Fortschritt und Sicherheit gewährleisten können.

Globalisierung, steigende Staatsverschuldung, Migration, neue soziale Risiken, strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und nicht zuletzt demographische Entwicklungen stellen die Sozialstaaten  Europas vor große Herausforderungen.

Eine der derzeit größten Aufgaben für die Europäischen Staaten und Gesellschaften ist es, die weit verbreitete Unterstützung der soziaalstaatlichen Strukturen mit Entwicklungen, die diese Strukturen auf lange Sicht wirtschaftlich unhaltbar machen, auf einen Nenner zu bringen. Europas Sozialstaaten – Zeit zum Handeln! ist die erste, einführende Publikation des Vision Europe Summit. Sie beleuchtet die Hintergründe, Herausforderungen und Chancen der europäischen Sozialstaaten und soll damit eine informierte Diskussion über mögliche Reformoptionen ermöglichen.

Für viele Bürger Europas sind die Werte und Normen, die hinter den Sozialmodellen des Kontinents stehen, Grundlage dessen was es bedeutet, Europäer zu sein. Im Gegensatz zu negativen Darstellungen haben Sozialstaaten nicht nur eine umverteilende Funktion und schützen die am meisten Bedürftigen, sondern sie investieren auch in das Sozial- und Humankapital der Bürger. Dennoch stellen Entwicklungen wie wachsende Staatsdefizite und hohe Sozialabgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber die langfristige Finanzierbarkeit der Sozialstaaten in Frage.

Die Sozialstaaten, die teilweise vor mehr als 50 Jahren gestaltet wurden, müssen reformiert werden, um den aktuellen Herausforderungen begegnen zu können. Sie müssen an den umfassenden gesellschaftlichen Wandel angepasst werden, der durch alternde Gesellschaften, weltweite wirtschaftliche Integration und nicht zuletzt den Klimawandel ausgelöst wird. Darüber hinaus müssen die Sozialstaaten auch neue soziale Risiken abdecken, die zum Beispiel durch den Strukturwandel der europäischen Volkswirtschaften – insbesondere durch sich ändernde Arbeitsstrukturen – entstehen. Ohne wichtige Prinzipien wie die Solidarität zu opfern, müssen die europäischen Sozialstaaten Ressourcen effizienter nutzen und Vorteile aus dem technologischen Fortschritt ziehen.

Obwohl die Reformen der Sozialsysteme nicht ohne kurzfristige Verlierer vonstattengehen werden, gibt es Gründe optimistisch in die Zukunft zu schauen. Denn durch die Umsetzung notwendiger Anpassungen werden die Sozialstaaten auch in Zukunft ihre Funktionen erfüllen können. Die Publikation endet daher mit dem Argument, dass gut ausgestaltete Wohlfahrtsstaaten, die nachhaltiges Wachstum unterstützen, einen Wettbewerbsvorteil für Europe darstellen können.

Europas Sozialstaaten – Zeit zum Handeln! ist die erste Publikation des Vision Europe Summit, einem Zusammenschluss führender europäischer Think Tanks und Stiftungen. Im Rahmen des am 17. und 18. November in Berlin stattfindenden Vision Europe Summit werden drei Positionspapiere zu den sozialen, wirtschaftlichen und Governance-Aspekten des Wohlfahrtsstaats veröffentlicht. Sie stellen Handlungsoptionen für mögliche Reformen vor und geben Impulse für das zukünftige Zusammenspiel europäischer und nationaler Akteure. Während der Konferenz am 17. und 18. November werden hochrangige Politiker und Experten diese Reformoptionen diskutieren.

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