mehrere Menschen laufen auf einer Straße unter einem Schlagbaum eines Grenzübergangs durch
© Roger Kleiber

, Europafilm: Ein quantitativer und qualitativer Erfolg für unseren Film zur Europawahl

Der Kurzfilm "Zurück zu Europa" erreichte nicht nur hunderttausende Menschen in den sozialen Medien, sondern fand auch für seinen Stil und Inhalt sehr viel Zuspruch, wie eine aktuelle Wirkungsstudie zeigt.

Für die Europawahlen 2019 hat die Bertelsmann Stiftung einen Film produziert, der mit Humor und Überspitzung den Mehrwert Europas für den Alltag der Menschen darstellt und somit auf die Bedeutung der Wahlen aufmerksam macht. Unser Ziel war es, vor allem junge Wahlberechtigte zu erreichen; dafür waren neue Produkte und Kanäle nötig – nämlich ein besonderer Kurzfilm, den wir in den sozialen Medien durch eine besondere Kampagne zusammen mit der Zivilgesellschaft kurz vor der Europawahl bewerben.

Über eine halbe Million Menschen sahen den Film und Teaser innerhalb von nur zehn Tagen auf diversen Kanälen. Zudem wurde der Film über 2.000 mal geteilt und bei mehreren Schulklassen und Kampagnenveranstaltungen gezeigt. Unser Ansatz, den Pro-Europäern ein besonderes Instrument zum Erklären von und Werben für Europa anzubieten, kam gut an. Viele pro-europäische Akteure haben den Film aufgegriffen (von Pulse of Europe bis zur Caritas, von Europaabgeordneten bis zu Bürgermeistern), den Film auf ihren Websites hochgeladen (von der hippen Berliner Kampagne "Operation Götterfunken" bis zu den Jungen Europäischen Föderalisten), ihn öffentlich (zum Beispiel beim Verfassungsfest in Karlsruhe) oder an mehreren Schulen im Unterricht gezeigt, ihn retweetet (von der BMW Group bis zum Auswärtigen Amt) und x-fach geliked. Letztlich war "Zurück zu Europa" einer der erfolgreichsten Filme der deutschen Zivilgesellschaft im diesjährigen Europawahlkampf.

Wir müssen politische Inhalte greifbarer machen und zugleich unterhaltsam gestalten. Entertainment-Formate sollten ein wichtiges Element einer effektiven Europa-Kommunikation gegenüber jungen Menschen sein.
Florian Köbele, Senior Expert Europa der Bertelsmann Stiftung

Neben den hohen Zuschauerzahlen war uns aber auch wichtig zu wissen, wie der Film in Bezug auf Inhalt und Stil bei jungen Menschen ankommt. Zu diesem Zweck haben wir im September 2019 eine qualitative Wirkungsstudie gestartet und dabei den Film der Stiftung und auch den offiziellen Europawahlspot des Europaparlaments auf einzelne Film-Dimensionen hin getestet. Die von der Kommunikationsexpertin Dr. Tecla Huth durchgeführte Studie zeigt, dass der Kurzfilm der Stiftung von jungen Menschen sehr positiv bewertet wird – sogar wesentlich positiver als der Spot des EU-Parlaments. Ein genauerer Blick auf die Bewertung der einzelnen Film-Dimensionen zeigt, dass die Eigenschaften "Humor", "Bedeutung der EU", "Information über Errungenschaften der EU" sowie "konkret & greifbar" am stärksten wahrgenommen wurden. Die Gruppendiskussion mit den Probanden ergab zudem, dass besonders humorvolle Spots bei der Jugend gut ankommen. Der Mut, Politik vermehrt im "Entertainment-Format" zu vermitteln, zahlt sich also aus.

Graphik "Wahrnehmung der Spots"
Grafik "Wahrnehmung der Spots" aus dem PolicyBrief EU-Werbespots im Dienst der Demokratisierung Europas.

Für die Studie hat Dr. Huth Experimente mit 119 Studierenden der Fresenius Hochschule in Köln durchgeführt. Ihr Fazit: "Zukünftige politische Videos, die sich an eine junge Zielgruppe richten und auf positive mobilisierende Effekte abzielen, sollten an die im Stiftungsfilm verwendeten Mechanismen ansetzen."

Für die Bertelsmann Stiftung war der Kurzfilm und seine Kampagne ein Pilotprojekt. Nach dem tollen Erfolg wollen wir weiter in diese Art von Kommunikation zu und über Europa investieren, um auch künftige Generationen vom Wert Europas zu überzeugen und sie für das europäische Projekt zu begeistern.

Kurzfilm

Video: Zurück zu Europa – der Kurzfilm zur Europawahl

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