Blick auf den gut gefüllten Workshop-Raum. Circa 25 Teilnehmer sitzen an Gruppentischen und Mario Wiedemann moderiert.
© Nathan Coyle

Open-Data-Workshop: Welchen Vorteil bieten offene Daten gemeinnützigen Organisationen?

Das Projekt "Smart Country" hat am 05. September gemeinsam mit der Stadt Münster einen Open-Data-Workshop veranstaltet. Dabei wurde gemeinsam das Potenzial kommunaler, offener Daten für gemeinnützige Organisationen herausgearbeitet.

In vielen Kommunen wird das Thema Open Data bisher rein angebotsorientiert betrachtet. Die Verwaltung veröffentlicht Daten, die von den Ämtern als geeignet für eine Veröffentlichung angesehen werden und deren Aufbereitung möglichst wenig Aufwand verursacht.

Bisher fehlt häufig eine Nachfrageorientierung im Bereich Open Data. Welche kommunalen Daten stoßen auch wirklich auf Interesse und Nachfrage? Kommunen, die bereits seit Jahren Erfahrung mit offenen Daten haben, stehen teilweise in Kontakt mit ehrenamtlich arbeitenden Entwicklerinnen und Entwicklern, die Anwendungen auf Basis offener Daten erstellen. Im Rahmen von Hackathons entstehen zum Beispiel Möglichkeiten zum Austausch zwischen Verwaltung und technisch affiner Zivilgesellschaft. Eine Perspektive wurde bei der Nachfrageorientierung bisher vernachlässigt: Gemeinnützige Organisationen.

Das Projekt "Smart Country" hat am 05. September gemeinsam mit der Stadt Münster (Thomas Werner, citeq) einen Workshop für gemeinnützige Organisationen aus Münster und Umgebung durchgeführt, um den Bedarf an offenen Daten für ihre Arbeit zu ermitteln. Die Teilnehmenden haben sich vor allem aus Vertreterinnen und Vertretern gemeinnütziger Organisationen zusammengesetzt wie beispielsweise Arbeiter- und Samariterbund, Lebenshilfe und Bürgernetz e.V. sowie aus Angestellten der Stadtverwaltung, z.B. aus dem Bereich der Statistik.

Menschen im Konferenzraum

Wie können offene Daten gemeinnützige Organisationen unterstützen?

Offene Daten sind ein geeignetes Instrument für gemeinnützige Organisationen, um beispielsweise die Notwendigkeit von Fördermitteln zu belegen, Berichte oder Artikel auf Basis von Daten zu erstellen und Anhaltspunkte für künftige gesellschaftliche Fragen in der Stadt zu finden. Im Rahmen des Workshops haben wir die Grundlagen von offenen Daten vermittelt. Wie können sie in die Arbeit der Organisation einbezogen und in die Praxis umgesetzt werden? Wir haben vermittelt, dass offene Daten nicht nur zugänglich sind, sondern dass sie auch zur Schaffung von Veränderungen genutzt werden können. Außerdem haben wir Quellen für offene Daten präsentiert, und gezeigt, wie sie verwendet werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir eine Liste mit interessanten Datensätzen erstellt, die von der Stadt Münster freigegeben werden sollten. Zum Abschluss des Workshops wurde die Idee einer Open-Data-Lenkungsgruppe vorgestellt, die in der Stadtverwaltung Münster die zivilgesellschaftliche Perspektive im Bereich Open Data kontinuierlich einbringen soll. In einem Feedback-Bogen hat die große Mehrheit der Teilnehmenden angegeben, dass sie sich beteiligen wollen (Anmerkung: Nicht alle Teilnehmenden kamen aus Münster).

Menschen im Konferenzraum, eine Leinwand ist zu sehen

Die Idee für den Open-Data-Workshop geht zurück auf den Open-Data-Aktivisten Nathan Coyle aus England, den das Projektteam im Sommer des letzten Jahres im Rahmen einer Open-Data-Reise durch England und Schottland kennengelernt hat. Die Idee, gemeinnützige Organisationen in die Entwicklung und Umsetzung kommunaler Open-Data-Strategien mit einzubeziehen ist auch außerhalb Münsters auf Interesse gestoßen, so dass auch andere Kommunen dem Beispiel Münsters folgen könnten. Der Open-Data-Workshop ist Teil der Projektaktivitäten rund um den Musterdatenkatalog für Open Data in Kommunen. Im Mai wurde ein Prototyp für Nordrhein-Westfalen erarbeitet. In den kommenden Monaten wird, u.a. gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation, ein Musterdatenkatalog veröffentlicht, der alle Open-Data-Kommunen in Deutschland mit einbezieht.

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