Mehrere Studenten sitzen an Pulten im Hörsaal und schreiben
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Medizinerausbildung: Kommunikative Kompetenzen ausbauen

Im Medizinstudium werden kommunikative Kompetenzen bislang unzureichend vermittelt. Wir setzen uns dafür ein, dass sie in Lehre und Prüfung stärker verankert werden

Knapp 10.000 Studenten schließen Jahr für Jahr in Deutschland ihr Medizinstudium ab und starten in Praxen oder Kliniken in den Arztberuf. Doch bei vielen kam im Studium eines zu kurz: der Erwerb kommunikativer Kompetenzen. Dabei beeinflusst das Gespräch mit den Patienten in erheblichem Maße den Ablauf und den Erfolg der Versorgung. Insbesondere für eine gemeinsame Entscheidungsfindung ist es wichtig, dass Ärzte gemeinsam mit den Patienten Vor- und Nachteile von Behandlungsoptionen genau abwägen. Sie müssen hierfür auch in der Lage sein, ihren Patienten medizinische Befunde verständlich zu vermitteln. Diese Fertigkeiten werden bislang im Medizinstudium unzureichend gelehrt und kommen in den Prüfungen sehr wenig oder gar nicht vor.

Mehr Praxisbezug in der Lehre und in Prüfungen

Wir möchten das ändern und setzen uns dafür ein, dass die Arzt-Patienten-Kommunikation einen höheren Stellenwert in der medizinischen Ausbildung erhält. Sie soll in den Lehrplänen und Prüfungen verankert werden. Um dies zu erreichen, unterstützen wir das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), das als zentrale Einrichtung der Länder unter anderem in den bundeseinheitlichen Prüfungen das Wissen und die Fähigkeiten zukünftiger Ärzte überprüft.

Ein einfühlsames und verständliches Arzt-Patienten-Gespräch kann dazu beitragen, die Behandlung bei einer Krebserkrankung, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen zu verbessern.
Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit (2013-2018)

Masterplan Medizinstudium 2020 ebnet den Weg

Den Weg für Veränderungen bei der Studienstruktur und den Ausbildungsinhalten ebnete der im März 2017 beschlossene „Masterplan Medizinstudium 2020“. Hermann Gröhe (Gesundheitsminister 2013-2018), Johanna Wanka (Bildungs- und Forschungsministerin 2013-2018) sowie Vertreter der Gesundheits- und der Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktionen des Deutschen Bundestages haben im Masterplan unter anderem festgelegt, dass die Staatsexamina neu zu gestalten sind.

Unsere Projektschwerpunkte

Kommunikative Kompetenzen sollen künftig standardisiert und objektiv im Staatsexamen überprüft werden. Dafür entwickelt das IMPP praktische Prüfungsaufgaben zu spezifischen Inhalten eines Arzt-Patienten-Gespräches. Weiterhin erarbeitet es einen Bewertungsbogen zur Überprüfung der Struktur und Vollständigkeit der ärztlichen Dokumentation sowie deren Vermittlung in einer für Patienten verständlichen Sprache.

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