Junge Geflüchtete musizieren
Tom Figiel

Musik, Sprache, Teilhabe: Musik spricht!

Geflüchtete Jugendliche texten und singen ihre eigenen Songs. Musiker und Projektpate Sorab Jon Asar zeigt, wie Songwriting funktioniert, motiviert und begleitet sie mit der Gitarre.

Ein anderer Sound

Verschiedene Sprachen und Klänge schwirrten durch die beiden SPRINT-Klassen („Sprache und Integration“) der Berufsbildenden Schule 14 in Hannover. Das ist nicht der normale Sound, der hier sonst aus den Klassen zu hören ist. Die 18 Schülerinnen und Schüler aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Somalia und Dubai lernen hier jeden Tag intensiv Deutsch – diesmal mit musikalischen Methoden. 

Die Spuren der Flucht prägen auch heute noch den Alltag in meiner Familie. Musik ist ein Mittel, um diese Erfahrungen auszudrücken und zu verarbeiten.“
Sorab Jon Asar, Musiker, Singer-Songwriter sowie Pate des Projekts

Verständigung durch Musik

Der gebürtige Niederrheiner Sorab Jon Asar ist Pate des Projekts. Als Sohn einer afghanischen Familie, die vor knapp 30 Jahren nach Deutschland geflohen ist, weiß er, was es bedeutet, die Heimat zu verlassen und sich in einem fremden Land zurechtfinden zu müssen.

Musik kann gerade dort Brücken bauen, wo es zunächst keine gemeinsamen Worte gibt. Sie ist somit eine universelle Sprache, die Kontakt, Austausch und Verständigung ermöglicht. Damit wird über die Musik eine soziale und emotionale Basis für das Lernen geschaffen und der Zugang zum Spracherwerb erleichtert.
Erika Huxhold, Niedersächsische Kultusstaatssekretärin

„Music talks! Musik spricht! Just listen! Hör einfach zu!“

Unter dieser Überschrift stand der mehrstündige Workshop mit geflüchteten jungen Erwachsenen. Wenn man sich nicht verständigen kann und niemanden versteht, bleibt die Musik. Wie wirkt Musik? Welche Gefühle transportiert sie? Wie kann ich mich und meine Gefühle über die Musik ausdrücken?

Musik ist einfach - ein tiefes Gefühl

Nach vielen Beats und jeder Menge kreativer Arbeit strahlt die junge Nfren aus Syrien, als sie ihren Song gemeinsam mit Sorab singt: „Ich liebe das Leben mit meinen Freunden.“ Aus der Kombination von Gefühl, Rhythmus und einfachen Sätzen – mitunter auch schon ganzen Strophen – präsentierten die Jugendlichen das, was Jugendliche bewegt: Gefühle von Liebe, Freundschaft und aber auch Traurigkeit: „Ich bin traurig, weil meine Eltern nicht hier sind,“ sang Akil als einer der 18 neuen Songwriter – die gemeinsame Sprache: Deutsch.

Hintergrund

Das Projekt „Musik, Sprache, Teilhabe“ ist eine Kooperation zwischen der Bertelsmann Stiftung und des Niedersächsischen Kultusministeriums. Ziel ist, Musik als Medium für Spracherwerb und Teilhabe zu nutzen und somit die Bildungschancen gerade von Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte zu verbessern.

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