Erzieherinnen spielen eine Pappgitarre
© Tom Figiel

Musik, Sprache, Teilhabe: Live-Band mit 900 Pappgitarren und Butterbrottüten

Unter dem Titel „Brücken bauen von Mensch zu Mensch“ kamen mehr als 900 Erzieher*innen und pädagogische Fachkräfte aus rund 50 Hannoveraner Familienzentren zusammen. Mit Beiträgen zum Programm und einem Info-Stand präsentierte sich das Projekt „Musik, Sprache, Teilhabe“. 

Alle gemeinsam: "ohne Proben ganz nach oben"

Die Trainer*innen Maxi Heinicke und Ansgar Vollmer waren mit ihrer Band „Red Chucks“ aus Berlin angereist und rissen die Teilnehmer*innen musikalisch von den Stühlen. Getreu dem Motto „ohne Proben ganz nach oben“ bildeten sie zusammen mit dem begeisterten Publikum die vielleicht größte Live-Band – zumindest in Hannover – und performten gemeinsam das bekannte arabische Lied „Ah ya zein“ („Oh du Schöne“) auf Pappgitarren und mit Butterbrottüten. #MusikMuSTemachen

Aufgaben von Stadtteilmüttern und -vätern

Im Rahmen des Fachtags wurde das 10-jährige Bestehen des Programms der Stadtteilmütter und -väter gefeiert. Diese sind als Ansprechpersonen für Eltern an den Familienzentren angesiedelt und stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen Einrichtungen, Familien und dem Stadtteil dar. Ihre Aufgabe ist es, durch niedrigschwellige Beratungsangebote, Begleitung bei Behördenangelegenheiten, Informationsangebote und Freizeitaktivitäten die Integration von Migrant*innen zu erleichtern. Um Bildungschancen zu erhöhen und den Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe zu unterstützen, werden in vielen Stadtteilen auch Sprachcafés, Sprachkurse u.ä. organisiert. 

Vertrauen ist der Türöffner

Neben der Qualifizierung, die die Stadtteilmütter und -väter durchlaufen, ist im Alltag die Beziehungsarbeit der Erfolgsfaktor Nr. 1. „Vertrauen ist der Türöffner, um Beziehungen aufzubauen“, so eine Stadtteilmutter. Für diese Arbeit ist es ebenso unerlässlich, sensibel für Ungleichwertigkeiten, Ungerechtigkeiten und Rassismus im Alltag sowie für strukturelle Mechanismen der Ausgrenzung zu sein. Wie diversitätsbewusste Anti-Bias-Bildung dazu beitragen kann, erläuterte Dr. Prasad Reddy vom Bonner Zentrum für Soziale Inklusion Migration und Teilhabe in seinem Impulsvortrag.

Geduld und Humor sind zwei Kamele

Im musikalischen Finale griffen die Musiker*innen das syrische Sprichwort eines Stadtteilvaters auf: „Geduld und Humor sind zwei Kamele. Mit ihnen kann man jede Wüste durchqueren.“ Damit rockten sie noch einmal den Saal.

Hintergrund

Das Projekt "Musik, Sprache, Teilhabe" nutzt das Potenzial der Musik für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe von neu zugewanderten Jugendlichen. Der Kooperationspartner ist das Niedersächsische Kultusministerium in Hannover.

Mediathek

Projekte