Schild mit dem Wort Universität

Musikalische Grundschule in der Lehrkräftebildung

Seit 2019 können Studierende aller Fachbereiche der Lehrer:innenbildung an der Universität Koblenz praxisnah Kompetenzen zur Unterrichtsgestaltung mit kreativen und musikalischen Methoden erwerben. Zum Abschluss des Kooperationsprojekts wurde Bilanz gezogen und ein Blick nach vorne geworfen.

 

Gemeinsames Musizieren ist auch in Zeiten von Corona möglich! Das war eine Erkenntnis des Fachtags „Musik in der Grundschule ist mehr als nur Musikunterricht“, der im virtuellen Raum der Universität Koblenz stattfand. 

Zum Auftakt stellte Professorin Dr. Lina Oravec die Projektumsetzung vor. Sie warf dabei einen Blick auf den zunehmenden Mangel an Musiklehrkräften in den Grundschulen und machte deutlich, dass die Projektaktivitäten geeignet sind, dem negativen Trend entgegenzuwirken. Anschließend übernahmen die Studierenden selbst die Regie. In Breakout-Sessions stellten sie Ergebnisse der Evaluation des Lehrangebots vor, die sie im Rahmen ihrer Qualifizierungsarbeiten ermittelt hatten. Zentrales Ergebnis: In der Gruppe der „musikfernen“ Studierenden steigt die Selbstwirksamkeit so an, dass diese sich zutrauen, ihren Unterricht auch mit musikalischen Methoden sinnvoll gestalten zu können. Der überwiegende Teil gab sogar an, fachfremd Musikunterricht erteilen zu können. In weiteren 8 Workshops stellten Studierende ihre Poster zum Einsatz von musikalischen Aktivitäten im Unterricht anderer Fächer vor. In diesen praxisnahen Workshops konnten selbst erfahrene Trainer der Musikalischen Grundschule neue Erkenntnisse gewinnen.

Zum Hintergrund

Im Rahmen des Kooperationsprojekts wurden in bestehende Lehrveranstaltungen der Fachbereiche Deutsch, Mathe, Englisch verschiedene Methoden zur Unterrichtsgestaltung mit musikalischer Praxis integriert. Grundlage dafür war sowohl das Konzept der Musikalischen Grundschule und Praxiserfahrungen aus 15 Jahren Lehrerfortbildungen als auch die Expertise und Forschungsergebnisse zum Thema "Fachfremd Musik unterrichten" des Fachbereichs Musikpädagogik von Frau Prof. Lina Oravec. Die Projektaktivitäten wurden in 2 Handlungsfeldern differenziert:

Im Handlungsfeld A„Unterricht mit Musik gestalten“ wurden Lehramtsstudierende aller Fächer (Deutsch, Englisch, Mathe) adressiert mit dem Ziel, diese für die Gestaltung von Unterricht in allen Fächern mit musikalischen Aktivitäten zu sensibilisieren und befähigen.

Im Handlungsfeld B„Schule mit Musik entwickeln“ wurden alle Lehramtsstudierende, die das Fach Musik studieren, adressiert. Als künftige Musiklehrkräfte sollen diese für ihre spätere Aufgabe, in den Grundschulen als Koordinator:innen befähigt werden. Bei der Frage, wie Musik zur Gestaltung und Entwicklung der Schule genutzt werden kann, stehen die Aspekte des Transfers von musikalischen Impulsen in die gesamte Schule, das Koordinieren, Multiplizieren und Begleiten eines fachfremden Kollegiums im Vordergrund.