Kinder spielen mit Bechern

Musikalische Bildung

Alle Kinder in Deutschland sollen die Möglichkeit haben, ihre musikalischen Interessen zu leben und das Potential von Musik für ihre eigene Entwicklung zu erfahren! Für dieses Ziel haben wir uns während der Projektlaufzeit in der Musikalischen Bildung bis 2021 eingesetzt.

Ansprechpartner

Foto Anke von Hollen
Anke von Hollen
Project Manager
Foto Arne-Christoph Halle
Arne-Christoph Halle
Project Manager
Foto Ruth Kordtomeikel-Hiller
Ruth Kordtomeikel-Hiller
Project Assistant

Unsere Projektaktivitäten bis 2021

In unseren Praxisprojekten haben wir gemeinsam mit Partnern Konzepte für Kitas und Grundschulen entwickelt, die es diesen Bildungseinrichtungen ermöglichen, einen musikalisch geprägten Lern- und Lebensraum für junge Menschen zu gestalten. Hier können sie aktiv und selbstbestimmt an musikalischen Aktivitäten teilhaben, sich erproben, mitgestalten und lernen. Zudem haben wir in Kooperation mit mit anderen Akteuren im Rahmen von Expertisen und Studien Fakten zum Thema „Teilhabe an Musikalischen Bildungsangeboten im Kindes- und Jugendalter“ erzeugt und in die fachlichen Diskurse eingebracht. Netzwerke innerhalb von Schul- und Kita-Praxis, aber auch zwischen Praxis, Wissenschaft und Verbänden bzw. Politik haben der Stärkung des Themas musikalisch-kulturelle Bildung im gesellschaftlichen Diskurs sowie innerhalb von Bildungsinstitutionen gedient und Qualitätssicherung ermöglicht. 

MIKA – Musik im Kita-Alltag

MIKA sensibilisiert pädagogische Fachkräfte für die musikalischen Interessen der Kinder und ermöglicht ihnen, den Alltag der Kita mit Musik zu durchdringen. Mit einem partizipativen pädagogischen Ansatz und einem erweiterten Musikverständnis gehen Fachkräfte und Kinder gemeinsam auf immer wieder neue musikalische Forschungsreisen und lassen den Bildungsbereich Musik in der Kita lebendig werden. Einen Überblick und zugleich praktischen Einstieg in die musikalische Arbeit nach dem MIKA-Konzept gibt www.mika-erleben.de. Das Projekt wird nach dem Ende der Projektlaufzeit in der Bertelsmann Stiftung fortgeführt und weiterentwickelt von der Initiative für frühe Bildung gGmbH

Musikalische Grundschule

Mehr als 600 Schulen in Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein gestalten einen lernförderlichen Lebensraum mit musikalisch-klanglichen Aktivitäten. Musik kommt in großer Vielfalt im Unterricht aller Fächer oder in der pädagogischen Arbeit im schulischen Ganztag zum Einsatz: Es wird mit Klängen experimentiert, Klanggeschichten erfunden, Gedichte vertont, Vokabeln gerappt, rhythmisch Zahlenreihen geübt, geometrische Figuren getanzt, Instrumente und Klanggärten gebaut etc. Zur Entwicklung des Schulprogramms erhalten die Musikalischen Grundschulen Qualifizierungen und bringen sich in einem regionalen Netzwerk ein. Seit dem Jahr 2018 setzen die beteiligten Bundesländer das Programm im Sinne des Rahmenkonzepts eigenständig fort. Mehr Informationen zu Musikalischen Grundschulen finden Sie hier.

Mobile Musikwerkstatt

Mit verschiedenen Generationen dauerhafte Klanginstallationen für drinnen oder draußen bauen oder Instrumente aus Alltagsmaterialien immer wieder neu erfinden und damit gemeinsam musizieren, dabei immer anknüpfen an die bereits vorhandenen Kompetenzen und Interessen der beteiligten Kinder und Erwachsenen - dies ist das Angebot von den Teams der Mobilen Musikwerkstatt an alle Kitas, Schulen und Veranstalter von Messen und öffentlichen Festen. Von zweistündigen „Musikwerkstätten“ bis zur Begleitung von mehrtägigen musikalisch geprägten Klassenfahrten werden die Angebote individuell auf die organisatorischen Rahmenbedingungen und die beteiligten Altersgruppen zugeschnitten. Dies macht die bundesweit möglichen Einsätze der Mobilen Musikwerkstatt zu einem handwerklichen und musikalischen Erlebnis für alle.  Mehr Informationen zum Projekt sowie Kontaktadressen zu den Teams bei Interesse an einem Einsatz oder auch, um in einem Team mitzuarbeiten, unter www.mobile-musikwerkstatt.de

Musik, Sprache, Teilhabe

Im Zentrum des Projekts steht das Potenzial musikalischer Aktivitäten für den Spracherwerb, das in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entfaltet werden kann. Mitarbeitende von Kitas, Schulen, der Flüchtlingshilfe und -integration wurden dafür qualifiziert, mit der MuST-Praxis sprachsensible und -förderliche Bildungsprozesse zu gestalten. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kultusministerium pilotiert wird das Projekt durch die Partner in Niedersachsen eigenständig verbreitet.

Mit digitalen Medien Musik machen

Digitale Medien sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen fest verankert. Mit der Rolle von Medien und Musik setzen die zwei Expertise auseinander. Mit Blick auf die jugendliche Sozialisation die Expertise "Jugend, Musik und Medien" sowie mit Blick auf die Gestaltung von Musikunterricht die Expertise "Digitale Medien im Musikunterricht" Expertisen. Die beiden Leitfäden zu den Praxisprojekten "Unser Klassensong" und "KlangGestalten" zeigen, wie es gelingt, in der Grundschule digitale Medien sinnvoll einzusetzen. Fächerübergreifend verbinden sich dabei Musik, Sachkunde, Deutsch, Bewegung und Kunst. Das Ergebnis dieses kreativen, sprachfördernden Prozesses ist ein gemeinsam gestaltetes Produkt und vor allem Lernfreude und Miteinander.

Studien zur Teilhabe an Musikalischer Bildung

Wer macht eigentlich im Kindes- und Jugendalter Musik? Die Ergebnisse unsere Studien "Jugend und Musik" und "Familie und Musik" zeigen, dass sich die soziale Ungleichheit unseres Bildungssystems auch in der musikalischen Bildung fortsetzt. Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen und niedrigerem Bildungs- und Berufsstatus (ISEI) der Eltern nehmen signifikant weniger an Angeboten zur musikalischen Bildung teil. Um faire Chancen für alle Kinder zu wahren, ist es umso wichtiger, dass die Bildungseinrichtungen (Kita und Grundschule) eine Grundversorgung gewährleisten. Aufgrund fehlender Musiklehrkräfte, wie es die Studie zum "Musikunterricht in der Grundschule" verdeutlicht, ist diese Grundversorgung musikalischer Bildung für alle Kinder im Grundschulalter nicht gesichert. 

Netzwerke und Allianzen

Neben den Kooperationsprojekten für die Praxis von Bildungseinrichtungen haben wir uns am Aufbau von verschiedensten Netzwerken zum Thema Musikalische Bildung beteiligt, in denen Wissen ausgetauscht, Kräfte gebündelt und Synergieeffekte genutzt werden. Wir haben uns u.a. engagiert im Stiftungsverbund „Rat für Kulturelle Bildung e.V.“ und den Netzwerken "kitamusik.nrw" und "Frühkindliche Kulturelle Bildung". Mit Allianzpartnern setzen wir uns öffentlich für die Teilhabe an der Musikalischen Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ein, geben Studien und Expertisen in Auftrag und führen Expertenrunden durch. Auch die Netzwerke arbeiten größtenteils nach dem Ende unserer Projektlaufzeit weiter in der Verantwortung ihrer Mitglieder, von Partnern und anderen gemeinnützigen Organisationen.

Musik baut Brücken für einen offenen Dialog zwischen den Kulturen – über alle Sprachen und Grenzen hinweg.

Liz Mohn, stellv. Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung

Leitlinien unserer Projekte

Erweiteter Musikbegriff

„Alles, was klingt, kann als Musik wahrgenommen, erkundet und musikalisch weiterentwickelt werden." Unter dieser Prämisse kann jeder Mensch voraussetzungslos musikalisch wirksam werden und sich an musikalischen Aktivitäten beteiligen. Das erweiterte Verständnis von Musik öffnet den Raum für die unendliche Vielfalt an musikalischen und klanglichen Möglichkeiten sowie für partizipative Prozesse, in denen jeder Beitrag wertvoll ist und zum gemeinsamen Gelingen beiträgt.

Partizipation und Empowerment

Musikalische Prozesse und Aktivitäten werden stets von allen Beteiligten – pädagogischen Fachkräften, Ehrenamtlichen, Kindern und Jugendliche – gemeinsam und auf Augenhöhe gestaltet. Jeder kann voraussetzungslos mitmachen, seine Erwartungen und Kompetenzen einbringen und Selbstwirksamkeit erleben.

Organisationsentwicklung

Musik kann Bildungseinrichtungen verändern, wenn sie den pädagogischen Alltag durchdringt und als fester Bestandteil im Bildungskonzept verankert wird. Inklusive, partizipative kreative Prozesse verbreiten Lernfreude und lassen positive Stimmung und Zusammenhalt erleben. Das verbessert das Miteinander in Organisationen und kann auch andere Bildungsbereiche positiv beeinflussen. Damit dieses gelingt, geben unsere Projekte in Kita und (ganztägiger) Schule Impulse zur Organisationsentwicklung, an der alle Beteiligten mitgestalten.

Nachhaltigkeit - vom Projekt zum Programm

Die Konzepte aller unserer Praxisprojekte haben wir zusammen mit Partnern aus der Praxis und Verwaltung sowie auch zusammen mit anderen gemeinnützigen Organisationen entwickelt. Nach einer gemeinsamen Phase der Erprobung und des Strukturaufbaus setzen die Partner die Projekte als Programme eigenständig fort.

Vernetzung und Qualitätssicherung

Neben dem Aufbau von Kooperationen zur Konzeption, Erprobung und Weiterführung unserer Praxisprojekte haben wir den Aufbau von Netzwerken der beteiligten Praxiseinrichtungen, aber auch zwischen Praxis und Wissenschaft und Verwaltung aufgebaut. So haben wir dazu beigetragen, dass Erfahrungen und Wissen ausgetauscht, Kräfte gebündelt und Synergieeffekte genutzt werden können.