Veit Mette

Vielfalt in Deutschland : Integration beginnt vor Ort

Demographischer Wandel in Deutschland steht in erster Linie für den Rückgang der Einwohnerzahl und die Alterung der Bevölkerung. Wir werden weniger und älter. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich durch die notwendige Einwanderung. Damit wird die Gesellschaft auch vielfältiger. Ob und wie dieses neue Zusammenleben gelingt oder nicht, zeigt sich am deutlichsten in den Kommunen: Mit welchen Strategien können Städte, Kreise und Gemeinden die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern?

Deutschland ist längst eine Einwanderungsgesellschaft. Gesellschaftliche Vielfalt ist in fast allen Bereichen des täglichen Lebens zur Normalität geworden. Homogenität - das zeigt schon ein Blick in unsere Kindergärten und Schulen - wird immer mehr zur Illusion. 

Die Integration findet dabei direkt vor Ort statt. Die Kommunen spiegeln längst die Vielfalt ihrer Einwohnerschaft. Die Geschichte bietet viele Beispiele, in denen Städte von Zuwanderung profitierten. Es kommt darauf an, die Potenziale der einheimischen wie der zugewanderten Menschen in einer Stadt zu nutzen.

Zukunft zählt, nicht Herkunft.
Ulrich Kober

Der Weg zu einer normal empfundenen und gelebten gesellschaftlichen Vielfalt und Willkommenskultur verläuft nicht automatisch, sondern muss aktiv gestaltet werden. 

Dabei sind verschiedene Ebenen zu unterscheiden. 

Vielfalt und Willkommenskultur durch Einwanderungssteuerung: Deutschland braucht wegen des demographischen Wandels zunehmend Fachkräfte aus dem Ausland - und daher in der Integrationspolitik den Perspektivwechsel von der Vergangenheit in die Zukunft. Deutschland braucht attraktive und transparente Einwanderungsoptionen. Diese gilt es zu entwickeln, sie würden signalisieren, dass Einwanderer dauerhaft in Deutschland bleiben und Teil unserer Gesellschaft werden können.

Vielfalt und Willkommenskultur durch Wertschätzung: Die Gesellschaft wird sich emotional für weitere Zuwanderung öffnen müssen. Diese Öffnung gelingt nur, wenn sich bei den Menschen im Land positive Erfahrungen mit und Bilder von Vielfalt verankern lassen. Im Sport und im Kulturbetrieb sind solche Erfahrungen bereits verbreitet und bewegend. Beispiele finden sich vor allem in den Kommunen in Deutschland.  In der Arbeitswelt und im Bildungswesen muss jedoch noch deutlicher verankert werden, dass Vielfalt eine Stärke und echte Chance sein kann. 

Der Weg zu einer normal empfundenen und gelebten gesellschaftlichen Vielfalt und Willkommenskultur verläuft nicht automatisch, sondern muss aktiv gestaltet werden. 

Dabei sind verschiedene Ebenen zu unterscheiden. 

Vielfalt und Willkommenskultur durch Einwanderungssteuerung: Deutschland braucht wegen des demographischen Wandels zunehmend Fachkräfte aus dem Ausland - und daher in der Integrationspolitik den Perspektivwechsel von der Vergangenheit in die Zukunft. Deutschland braucht attraktive und transparente Einwanderungsoptionen. Diese gilt es zu entwickeln, sie würden signalisieren, dass Einwanderer dauerhaft in Deutschland bleiben und Teil unserer Gesellschaft werden können.

Vielfalt und Willkommenskultur durch Gleichstellung: Deutschland braucht für einen neuen Umgang mit Vielfalt nicht zuletzt eine konsequente Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik. Nur so werden Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft sichtbar mehr Verantwortung übernehmen können. Wir brauchen beispielsweise mehr Migranten im öffentlichen Dienst, in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik. Auch und vor allem in der Kommunalpolitik. 

Betrachtet man die Städte und Kreise im gesamten Bundesgebiet, findet sich hier ein ganzes Mosaik von Integrationsmaßnahmen und innovativen Handlungskonzepten. Klare Prioritätensetzung und Kreativität bei der Lösungssuche sind daher gefragt.
Auf der Suche nach pragmatischen Lösungen und Ideen setzt sich bei den Kommunen zunehmend die Einsicht durch, dass kommunale Integrationsarbeit ein Querschnittsthema ist. Denn sie berührt zahlreiche Politikfelder, in denen wichtige Kooperationspartner eingebunden werden müssen.

Hier geht es um die Umsetzung einer Willkommenskultur im Ausländeramt ebenso wie um Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund und die Gestaltung von Diversität. Die Herausforderung besteht darin, Integration als Querschnittsaufgabe und kommunale Steuerungspolitik nachhaltig zu etablieren.

  • Kommunale Daten zur Integration finden sich im Wegweiser-Kommune.de
  • Gute Beispiele für kommunale Integrationspolitik finden sich in Demographie.konkret im Wegweiser-Kommune.de

 Wie sich die Daten und Indikatoren zur Integration in Ihrer Kommune darstellen, findet sich im www.wegweiser-kommune.de

 

 

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