Grundschullehrerin im Gespräch mit einer Teilnehmerin des Programms Lehrkräfte Plus
Veit Mette

, Programmstart: Lehrkräfte Plus geht in die zweite Runde

Startschuss für die zweite Runde des Programms „Lehrkräfte Plus“ an der Universität Bielefeld: Für 25 Lehrkräfte aus sechs Herkunftsländern beginnt heute die Qualifizierung für ihren Einstieg in deutsche Schulen. Ein Jahr lang feilen die Teilnehmer an ihren Deutschkenntnissen, vergleichen das hiesige Schulsystem mit dem ihres Heimatlandes, bilden sich zu Fragen der Unterrichtsgestaltung in Deutschland fort und steigen über ein Praktikum ins Schulleben ein. Nach dem Abschluss in einem Jahr können sie beispielsweise als Vertretungslehrkräfte arbeiten. 

Zum Auftakt begrüßen die Teilnehmenden des ersten Jahrgangs die neue Gruppe. Die 23 Absolventinnen und Absolventen gehen unterschiedliche Wege: Einige von ihnen nehmen an einem Pilotprogramm der Bezirksregierung Arnsberg zum begleiteten Übergang an Schule teil, einige arbeiten auf Vertretungs- oder anderen Lehrerstellen in Schulen, einige setzen den Sprachkurs fort. Doch heute begegnen sich die beiden Jahrgänge und können Erfahrungen austauschen. 

Renate Schüssler und Kristina Purrmann, die das Projekt an der Universität Bielefeld umsetzen, machen deutlich, welche Schwerpunkte im Programm gesetzt werden: „Die Erfahrungen zeigen, wie wichtig die sprachliche, die pädagogisch-interkulturelle und die didaktische Vorbereitung der Teilnehmenden ist. Eine ebenso große Bedeutung hat die individuelle Beratung, durch die abgewägt werden kann, welche Unterstützung wann notwendig ist und welche Pfade vielversprechend sind.“

Die Bertelsmann Stiftung unterstützt das Programm und vernetzt es mit anderen Initiativen. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, weist auf das Potenzial der geflüchteten Lehrkräfte für Schule hin: „Die Teilnehmer tragen durch ihren Hintergrund, ihre Sprache und ihre Perspektiven zu einer größeren Vielfalt im Kollegium bei. Mittlerweile hat zwar jeder dritte Schüler einen Migrationshintergrund, aber nur jeder dreizehnte Lehrer. Mehr Qualifizierung für mehr Vielfalt, davon können alle Schülerinnen und Schüler profitieren.“

"Lehrkräfte Plus" ist ein Programm der Universität Bielefeld und der Ruhr-Universität Bochum. Es wird unterstützt vom Ministerium für Schule und Bildung, der Bertelsmann Stiftung und der Stiftung Mercator sowie den Kommunalen Integrationszentren in NRW. Sowohl in Bielefeld als auch in Bochum werden drei Durchgänge gefördert. In Bielefeld starten die Gruppen jeweils zum Wintersemester, in Bochum zum Sommersemester. Für den zweiten Durchgang gab es in Bielefeld rund 230 Bewerbungen. 

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