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Qualität des gemeinschaftlichen Miteinanders: Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Wir messen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und liefern so ein besseres Verständnis aktueller gesellschaftlichen Entwicklungen. Wir aktivieren die Potentiale zur Stärkung des Zusammenhalts vor Ort und bringen Partner zusammen, um das Miteinander im Gemeinwesen positiv zu gestalten.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt wird gemeinhin als Wert an sich gesehen: als Ausdruck eines intakten und solidarischen Gemeinwesens. In diesem Sinn gilt gesellschaftlicher Zusammenhalt als normativ wünschenswerte Qualität, die dazu beiträgt, eine Gesellschaft lebenswert und zukunftsfähig zu machen. Tatsächlich sind moderne westliche Gesellschaften mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erscheinen: Globalisierung und Digitalisierung, wachsende Ungleichheit, Einwanderung und eine zunehmende kulturelle, religiöse und ethnische Diversität sowie nicht zuletzt der Aufstieg von Populisten und die damit zusammenhängende Krise der liberalen Demokratien.

Umso wichtiger ist es, Veränderungen des Zusammenhalts und die Ursachen sowie Auswirkungen zu verstehen, um „gute“, den Zusammenhalt fördernde gesellschaftspolitische Entscheidungen treffen zu können. In Anbetracht der zentralen Bedeutung gesellschaftlichen Zusammenhalts ist der Umfang der empirischen Erkenntnisse ausgesprochen dürftig. Eine auf gesellschaftlichen Zusammenhalt spezialisierte, international vergleichende Berichterstattung hat sich bislang noch nicht etabliert. Damit finden sich auch kaum empirische Antworten auf wichtige Fragen, zum Beispiel ob der Zusammenhalt etwa im europäischen Vergleich tatsächlich schwindet, was ihn gefährdet und welche Maßnahmen zu seiner Stärkung beitragen? Um diese und weitere Fragen zu beantworten hat die Bertelsmann Stiftung das „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ als Messinstrument entwickelt.

Unser mehrdimensionales Konzept von Zusammenhalt ist der Ausgangspunkt unserer Aktivitäten. Für uns besteht Zusammenhalt aus stabilen, vertrauensvollen und vielfältigen sozialen Beziehungen, einer positiven emotionalen Verbundenheit mit dem Gemeinwesen, dessen Grundordnung als fair akzeptiert wird und aus der Bereitschaft der Menschen für die Allgemeinheit und für Schwächere aktiv Verantwortung zu übernehmen, durch Engagement und Solidarität.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein und kann auch nicht in allen Facetten verordnet werden, aber einige Rahmenbedingungen lassen sich durchaus aktiv gestalten. Er setzt stabile und vertrauensvolle Beziehungen zwischen unterschiedlichen Menschen, Gruppen und Organisationen voraus. Wir wollen daher unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenbringen, um gemeinsam an einem starken Zusammenhalt in der heterogenen und offenen Gesellschaft zu arbeiten. Durch Workshops, Konferenzen und Podiumsdiskussion bringen wir Menschen zusammen und diskutieren miteinander.

In unseren zahlreichen Studien haben wir die Qualität des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowohl im internationalen Vergleich als auch auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene untersucht. Unsere Ergebnisse zeigen die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre auf und geben Hinweise darauf, wie der Zusammenhalt gestärkt werden kann.

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