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Gesellschaftlicher Zusammenhalt wird gemeinhin als Wert an sich gesehen: als Ausdruck eines intakten und solidarischen Gemeinwesens. In diesem Sinn gilt gesellschaftlicher Zusammenhalt als normativ wünschenswerte Qualität, die dazu beiträgt, eine Gesellschaft lebenswert und zukunftsfähig zu machen. Tatsächlich stehen moderne westliche Gesellschaften vor einer Reihe von Herausforderungen, die als Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erscheinen: Zur Wirtschafts- und Finanzkrise kommen längerfristige Trends wie Globalisierung, wachsende Ungleichheit, Einwanderung und eine wachsende kulturelle, religiöse und ethnische Diversität. Umso wichtiger ist es, Veränderungen des Zusammenhalts und ihre Ursachen und Auswirkungen zu verstehen, um „gute“, den Zusammenhalt fördernde gesellschaftspolitische Entscheidungen treffen zu können. Der zentralen Bedeutung gesellschaftlichen Zusammenhalts stehen ausgesprochen dürftige empirische Erkenntnisse gegenüber, denn eine auf gesellschaftlichen Zusammenhalt spezialisierte, international vergleichende Berichterstattung hat sich bislang noch nicht etabliert. Damit finden sich auch kaum empirische Antworten auf wichtige Fragen, zum Beispiel ob der Zusammenhalt tatsächlich schwindet und wie Deutschland in Bezug auf den Zusammenhalt im internationalen Vergleich abschneidet. Um die gesellschaftliche Debatte, aber auch die Forschung auf diesem Feld zu stärken, hat die Bertelsmann Stiftung das Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt entwickelt.

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