Metaplanwand zum Thema Armut
Bertelsmann Stiftung

Jugendliche Experten: JugendExpertenTeam berät Projekt

Was bedeutet Armut für Kinder und Jugendliche? Welche Folgen hat sie für ihren Alltag und ihre Chancen in unserer Gesellschaft? Wie kann Kinderarmut endlich wirksam vermieden werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neu initiierte JugendExpertenTeam des Projekts „Familie und Bildung: Politik vom Kind aus denken“.

Im JugendExpertenTeam diskutieren achtzehn Jugendliche aus NRW im Alter zwischen 14 und 20 Jahren an vier Wochenenden mit dem Projektteam „Familie und Bildung“. Moderiert werden die Treffen von der Beteiligungsexpertin Sonja Jensen. Aufgabe des JugendExpertenTeams ist es, das neue Konzept für eine Teilhabe gewährleistende Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche aus ihrer eigenen Sicht zu bewerten und zu ergänzen. Das Konzept wurde gemeinsam von einer wissenschaftlichen Expertenrunde und dem Projekt entwickelt und vor kurzem in einer ersten Version veröffentlicht.

Was brauchen Kinder und Jugendliche?

Was gehört heute in Deutschland überhaupt zu gutem Aufwachsen dazu? Was brauchen Jugendliche, um nicht ausgegrenzt zu werden und ihren Interessen nachgehen zu können? Auf diese Fragen können in erster Linie Kinder und Jugendliche selbst eine Antwort geben. Daher muss eine Politik, die allen Kindern und Jugendlichen faire Bildungs- und Teilhabechancen sichern will, junge Menschen selbst zu ihren Bedarfen und Interessen hören.

Dabei bringen die Jugendlichen im JugendExpertenTeam sehr unterschiedliche persönliche Alltagserfahrungen mit. Diese Expertise nutzen sie, um die Überlegungen und Vorschläge des Projektes zu überprüfen. So lassen sich Lösungsansätze möglichst nah an die vielfältigen Lebenswirklichkeiten junger Menschen anpassen. Die Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Jugendlichen fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts ein.

Jugendliche bringen eigene Perspektive ein

Das erste Treffen des JugendExpertenTeams fand im November 2017 in Bielefeld statt. Das Thema Kinderarmut stand im Mittelpunkt. Die Jugendlichen beschrieben Armutsfolgen aus ihrer Sicht und erarbeiteten eine gemeinsame Armutsdefinition. Daneben nutzten die JugendExperten das Treffen, um einander kennenzulernen und Erwartungen an die Zusammenarbeit zu formulieren: Ernstgenommen zu werden sowie eine Offenheit für ihre Vorschläge – diese Punkte sind ihnen besonders wichtig.

Beim zweiten Treffen im Januar 2018 in Kamen ging es um die Bedarfe und Wünsche von Jugendlichen. Die jugendlichen Experten arbeiteten heraus, welche finanziellen Bedarfe sie haben und welche Priorität z. B. gesundes Essen oder Ausgaben für Mobilität haben. Außerdem diskutierten sie, welche Bedeutung Schule und Unterstützungsangebote für sie haben und wo sie in diesen Bereichen Probleme erleben. Dabei machten die Jugendlichen deutlich, dass eine Existenzsicherung von Kindern und Jugendlichen ihre altersspezifisch unterschiedlichen Bedarfe und Wünsche berücksichtigen muss. Sie betonten, wie wichtig es ist, dass sie dazu auch selbst befragt werden.

Resümee und Ausblick

Intensive inhaltliche Arbeit, der dringende Wunsch, selbst etwas zu verändern und dabei auch noch viel Spaß – das ist das Resümee der ersten beiden Treffen. Die Jugendlichen werden sich bei den weiteren Treffen auch mit Mitgliedern der wissenschaftlichen Expertenrunde des Projekts austauschen. Zum Abschluss werden beide Expertengremien gemeinsam auf einer Tagung im Juli 2018 in Berlin das Konzept und die weiterentwickelten Lösungsansätze Politikern, Journalisten und Verbandsvertretern vorstellen und mit ihnen darüber diskutieren.

Mitglieder des JugendExpertenTeams

Maricel Borowski, Devrim Celik, Mirko Cresnar, Lejla Dokso, Edanur Gözgec, Floriana Ilazi, Özgür Kar, Fabian Lamshöft, Lea Leidig, Viktoria Lizo, Blerta Morina, Marius Mussinger, Amir Sallachi, Emily Sawatzki, Sascha Stahn, Nico Teuber, Julia Wisniewski, Burhan Yesilöz.

Bildergalerie: Eindrücke vom JugendExpertenTeam

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