Kinderärtzin untersucht kleines Mädchen.
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Ungerecht, teuer – und nicht selten gefährlich. So muss man die Folgen der regionalen Unterschiede in der Gesundheitsversorgung zusammenfassen. Wir decken Probleme auf, um Patienten, Medien und Verantwortliche zu sensibilisieren: Der erste Schritt, um Veränderungen anzuschieben.

Uwe Schwenk, Programmleiter "Versorgung verbessern - Patienten informieren"

Über-, Unter- und Fehlversorgung gibt es auch im deutschen Gesundheitswesen. Der Faktencheck Gesundheit zeigt regionale Versorgungsunterschiede auf, die rein medizinisch nicht erklärbar sind. Das bedeutet, dass Ressourcen zum Teil unnötig und unangemessen eingesetzt werden. Unsere Studien belegen: Der Wohnort entscheidet mit über die Qualität der medizinischen Versorgung. 

Der Faktencheck Gesundheit will dazu beitragen, dass ...

  • Gesundheitsleistungen stärker am tatsächlichen Bedarf der Patienten ausgerichtet werden und die begrenzten Ressourcen sachgerechter eingesetzt werden.
  • sich die Menschen aktiv damit auseinandersetzen, welche Leistungen ihrem Bedarf entsprechen und wie die Versorgung besser gestaltet werden kann.
  • die Bürger das Gesundheitssystem sowie notwendige politische Reformen besser verstehen und ihr Vertrauen in unser Gesundheitswesen und die Politik steigt.

Mehrmals im Jahr nehmen wir ein Gesundheitsthema genau unter die Lupe. Unser Themenspektrum:

Darüber hinaus betrachtet unser Faktencheck Regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung neun OP-Verfahren im Zeitvergleich.

Für die wissenschaftlichen Studien steuern Partner und Experten aus dem Gesundheitswesen Zahlen, Daten und Fakten bei. Diese werden analysiert und interpretiert. Dazu zählen auch Ursachenforschung, Lösungsvorschläge und Handlungsempfehlungen. Die Studienergebnisse werden publiziert und auf unserem Portal präsentiert, begleitet von ausführlichen Patienteninformationen. Zusätzlich lassen sich auf interaktiven Karten Versorgungsunterschiede ablesen.

Karten zu regionalen Unterschieden bei Mandeloperationen Beide Karten zeigen ähnliche Muster. Das bedeutet, dass sich die Operationshäufigkeit in den einzelnen Regionen kaum verändert hat.

Für mehrere Behandlungen und Eingriffe deckte der Faktencheck bereits große regionale Variationen auf. Diese in anderen Ländern breit diskutierten Versorgungsunterschiede rückte in Deutschland erst der Faktencheck in den Fokus. Einige Beispiele:

  • Im Eifelkreis liegt die Kaiserschnittrate doppelt so hoch wie in Chemnitz.
  • In Zwickau werden nur 13 Prozent der Patienten mit schwerer Depression ausreichend behandelt, in Münster sind es hingegen 40 Prozent.
  • Mancherorts erhalten 73 von 100.000 Einwohnern ein künstliches Kniegelenk, anderswo fast 3-mal so viele.
  • Im Kreis Bad Kreuznach ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kindern die Gaumenmandeln entfernt werden, etwa 8-mal höher als im Kreis Sonneberg.

Zu unserem Portal Faktencheck Gesundheit.