Gruppenfoto mit Liz Mohn und Gewinnern des "More than a market award" am 15. Juni in Shanghai.
Wang Xiaoxin

Bildung in armen Regionen, innovative Konzepte für sauberes Trinkwasser und Fußball für Kinder von Wanderarbeitern – das sind einige der Projekte, mit denen sich deutsche Unternehmen in China gesellschaftlich engagieren. Am 15. Juni zeichneten wir sieben von ihnen in Shanghai mit dem "More than a Market Award" aus. Zu den Preisträgern gehören der Automobilzulieferer Bosch, die Maschinenbauer Freudenberg und Rose Plastic, die Chemiekonzerne Lanxess und Wacker sowie der Softwarehersteller SAP.

Die Initiative "More than a Market" fördert seit 2015 verantwortungsvolles Unternehmertum deutscher Firmen in China. Initiatoren sind die Bertelsmann Stiftung, die deutsche Außenhandelskammer in Shanghai sowie das deutsche Generalkonsulat in Shanghai. Die Preisträger wurden auch in diesem Jahr von einer unabhängigen deutsch-chinesischen Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ausgewählt.

"Deutsche Unternehmen sind heutzutage überall dort zuhause, wo ihre Mitarbeiter, Kunden und Partner sind. Langfristig werden dabei nur diejenigen erfolgreich sein, die auch bereit sind, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen."

Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Die rund 80 Unternehmen, die sich dieses Jahr für unsren Preis bewarben, beschäftigen im asiatischen Land etwa 350.000 Mitarbeiter. Dies entspricht etwa einem Drittel der Arbeitsplätze, die deutsche Firmen in China geschaffen haben. Die deutsche und die chinesische Wirtschaft sind inzwischen weit über Produktionsprozesse, Lieferketten oder Vertriebsstrukturen hinaus verflochten. "Verantwortungsvolles Unternehmertum kann und soll einen wirkungsvollen Beitrag leisten, um gesellschaftlichen Fortschritt mitzugestalten", betonte Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, bei der Preisverleihung. China und Deutschland seien füreinander viel mehr als nur ein Markt, so Mohn.

Zu den ausgezeichneten Projekten gehören soziale Initiativen von Großkonzernen, aber auch von kleineren Mittelständlern. Der Softwarehersteller SAP wurde für den Aufbau einer Freiwilligenplattform geehrt. So unterstützen seine Mitarbeiter etwa chinesische Nichtregierungsorganisationen und bemühen sich, älteren Menschen einen besseren Zugang zu digitalen Technologien zu ermöglichen. Der Chemiekonzern Lanxess greift das dringliche Problem der Wasserverschmutzung in China auf, indem er Ingenieurskompetenzen von Studenten durch einen Forschungswettbewerb fördert. Der mittelständische Verpackungsspezialist Rose Plastic bietet Kindern in der sozial schwachen chinesischen Provinz Guizhou Englischunterricht an.

Eine weitere Auszeichnung erhielten die Unternehmen Bosch, Freudenberg und Wacker. Alle drei schufen langfristige Schulkooperationen, die meist mit dem Aufbau der Schule begannen und sich dann zu einer nachhaltigen Partnerschaft entwickelten. Außerdem zeichneten wir das von mehreren deutschen Firmen initiierte "Kids Football Project" aus, Kindern von Wanderarbeitern Sportunterricht ermöglicht.

In der Broschüre "More than a Market" erhalten Sie einen Überblick über die Bereiche, in denen sich deutsche Unternehmen in China engagieren. Außerdem stellt sie die Projekte der Preisträger und Finalisten vor (in Englisch und Chinesisch):

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