Paneldiskussion mit (v.l.n.r.) Enrico Letta, Gaetane Ricard-Nihoul, Aart De Geus und Arancha Gonzalez
© Budapest European Agora

, Budapest European Agora: Junge Europäer entwickeln in Budapest neue Ideen und Vorschläge

Während in Brüssel noch Personalpolitik erfolgte, wurde in Budapest bereits über die europäische Zukunft diskutiert. In der "Budapest European Agora" kooperierten wir mit dem Pariser Jacques Delors Institut und weiteren Think Tanks. 130 junge Europäer aus 25 Ländern trafen mit führenden europäischen Politikern und Experten für fünf Tage zusammen und entwickelten eigene Ideen und Vorschläge.

"Wir sind hier um eine Gemeinschaft zu bilden die neue und kreative Ideen für die nächste Legislaturperiode der EU entwickelt", sagte Enrico Letta, ehemaliger Ministerpräsident Italiens und Initiator der European Agora. Die Teilnehmer, alle zwischen 18 und 30, kamen aus verschiedenen EU-Staaten, aber auch aus Israel, der Ukraine und Moldau. Für Vielfalt war also von Beginn an gesorgt. Eine Gemeinschaft sollte sich dann rasch über die Veranstaltungstage entwickeln. 

Die politische Prominenz folgte der Einladung reichlich: Romano Prodi, ehemaliger italienischer Regierungschef und EU-Kommissionspräsident, blieb gleich zwei Tage. "Vertiefung und Erweiterung der EU sind kein Gegensatz", so Prodi. "Unsere heutige Demokratie und gerade die EU brauchen innovative Lösungen." Mit Tibor Navracsics, Carlos Moedas und Pierre Moscovici kamen drei amtierende EU-Kommissare. Insbesondere Forschungskommissar Moedas traf den Nerv der jungen Erwachsenen. Er habe es satt, immer nur Schlechtes über die EU und den Forschungsstandort zu hören. "Wir sollten ruhig etwas mehr mit unseren Erfolgen und Leistungen angeben." Auch Pascal Lamy, Ex-Generaldirektor der WTO diskutierte engagiert mit den jungen Erwachsenen, die von Anfang an keine Berührungsängste kannten. Sie nahmen kein Blatt vor den Mund, stellten kritische Fragen und brachten eigene Ideen ein. 

Eine Gruppe junger Teilnehmer diskutiert während des World Cafés.

Um neue Ideen ging es dann auch im Part unseres Demokratieprogramms. In einer halbtägigen Session entwickelten die Teilnehmer in einem World Café eigene Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Demokratie in der EU. Anschließend wurden die beeindruckenden Ergebnisse mit unserem Vorstandsvorsitzenden Aart De Geus, Enrico Letta und weiteren Experten diskutiert. Besonderen Gefallen fanden alle Beteiligten am Vorschlag einer Kommunikations- und Diskussionsinitiative, die schelmisch "Toursula" (also "Tour d’Ursula") genannt wurde. Fast könnte man meinen, die neue Kommissionspräsidentin hätte zugehört, schlug sie doch vor wenigen Tagen bereits eine große Konferenz zur Zukunft der EU unter Beteiligung der Bürger vor. 

Eine Gruppe junger Teilnehmer präsentiert ihre Resultate.

Während der fünf Tage zeigten die Teilnehmer in intensiven, jedoch respektvollen Diskussionen, dass ein plurales und offenes Verständnis von Identität das Fundament für eine funktionierende europäische Demokratie ist. Gerade die Jugend hat in Europa eine besondere Rolle, damit in der EU nicht neue Spaltungen entstehen. Die Agora gab Hoffnung, dass Motto der EU "United in Diversity" wieder besser gelingt.

 

 

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