Eine diskutierende Gruppe.
© Global Solutions Initiative/Mathias Rauck

, Panel: Nachhaltige Entwicklung durch mehr Auslandsdirektinvestitionen möglich?

Beim diesjährigen Global Solutions Summit in Berlin diskutierten wir auf unserem Panel „Fostering Prosperity – FDIs and Demographic Transition“ die Frage, wie ausländische Direktinvestitionen den wirtschaftlichen Fortschritt in demografisch noch jungen Entwicklungsländern fördern können.

Können ausländische Direktinvestitionen aus alternden Industrieländern zu einem langfristigen Wirtschaftswachstum und zu mehr materiellem Wohlstand in "jungen", weniger entwickelten Volkswirtschaften beitragen? Welche Rahmenbedingungen wären dafür notwendig?

Darüber diskutierte Andreas Esche, Director des Programms Megatrends, beim Global Solutions Summit 2019 zusammen mit

  • Allen Asiimwe (Executive Director AViD Development LtD)
  • Gabriel Felbermayr (Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft)
  • Stefan Mair (Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim BDI)
  • Mehmet Şimşek (ehemaliger türkischer Finanzminister).

Die Panelisten waren sich grundsätzlich einig, dass ausländische Direktinvestitionen zum Erzielen demografischer Dividenden in jungen, bevölkerungsreichen Entwicklungsländern von wesentlicher Bedeutung sein können. Allerdings dürften die Risiken nicht vergessen werden. Aus der Perspektive der investierenden Unternehmen sei es beispielsweise wichtig, dass der Markt in den Empfängerländern eine gewisse Größe habe und auch Zugang zu weiteren Märkten in der Region gewährleiste. Politisch stabile Rahmenbedingungen sowie rechtsstaatliche Regelungen seien Grundvoraussetzungen, um Vertrauen zu generieren und Investoren Sicherheit zu bieten. Darüber hinaus müssten in den Empfängerländern die Ausstattung mit notwendiger Infrastruktur gegeben und ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sein.

Für die weniger entwickelten und demografisch noch jungen Empfängerländer sei es wichtig, dass die ausländischen Direktinvestitionen Know-How ins Land brächten, gleichzeitig aber auch in solche Sektoren flössen, in denen Jobs für die wachsende Anzahl junger, einheimischer Arbeitskräfte entstehen könnten. Um eine nachhaltige Wirkung vor Ort zu erzielen, seien unter Umständen mehrere kleine und vor allem langfristige Investments besser als nur wenige große.

Wodurch könnte es gelingen, dass in Zukunft mehr ausländische Direktinvestitionen in weniger entwickelte Länder, vor allem auch nach Afrika, fließen? Vor allem müssten in den Entwicklungsländern Bildungsreformen durchgeführt und mehr in das Bildungssystem investiert werden, damit das wachsende Arbeitskräftepotential auch den wirtschaftlichen Bedarfen entsprechend ausgebildet werden kann. Jobs, die durch ausländische Direktinvestitionen vor Ort entstehen, könnten dann auch leichter mit einheimischen Arbeitskräften besetzt werden. Public-Private-Partnerships können beim (Aus-)Bau notwendiger Infrastruktur helfen, der Abbau von Handelsbeschränkungen hingegen den Entwicklungsländern einen besseren Zugang zum internationalen Markt ermöglichen.

In Vorbereitung auf unser Panel diskutierten Martina Lizarazo López und Thieß Petersen in ihrem Blogpost "Yes, There can be Demographic Dividends with an Aging Population" die Zusammenhänge zwischen demografischem Wandel, ausländischen Direktinvestitionen und demografischen Dividenden.

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