Fazit

Wie bereits eingangs für die Kontextfaktoren eingeführt, stellt Rheinland-Pfalz indikatorenübergreifend ein Abbild der Bundesrepublik im Durchschnitt dar. Dies spiegelt sich auch in der ANR (ca. 90,1 % in Rheinland-Pfalz) wider. Trotz positiver Entwicklung besteht immer noch eine deutliche Unterdeckung an betrieblichen Ausbildungsplätzen. Problematisch ist dabei besonders die Ausbildungsmarktlage für Jugendliche mit maximal Hauptschulabschluss, die in Rheinland-Pfalz - im Vergleich zur bundesweiten Situation - einen überdurchschnittlichen Anteil ausmachen und die überproportional häufig in das Übergangssystem einmünden. Für die betroffenen Jugendlichen entstehen damit Ausbildungsumwege und längere Zeiten zwischen dem Verlassen der allgemeinbildenden Schule und der Arbeitsmarkteinmündung. Zudem bestehen für ausländische Jugendliche deutlich schlechtere Chancen im Ausbildungszugang. Auch wird häufiger als im Bundesdurchschnitt eine Ausbildung abgebrochen.

Zusammen mit der rückläufigen demographischen Entwicklung bestehen zwei Risiken, die die Befürchtungen vor einem Fachkräftemangel verschärfen könnten. Dies ist zum einen das Problem nicht mehr hinreichender Sicherung des Fachkräftenachwuchses in quantitativer und qualitativer Perspektive und zum anderen die mangelnde Integration ausländischer Jugendlicher und junger Erwachsener mit maximal Hauptschulabschluss in Ausbildung und Arbeitsmarkt. Hinzu kommen beträchtliche regional Unterschiede in den Ausbildungschancen, die regionsspezifische berufsbildungspolitische Maßnahmen erfordern.

 

Autoren: Prof. Dr. Martin Baethge, Markus Wieck (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen, SOFI); Prof. Dr. Susan Seeber, Beatrice Lenz, Christian Michaelis (Universität Göttingen); Prof. Dr. Kai Maaz, Dr. Daniela Julia Jäger, Dr. Stefan Kühne, Sebastian Wurster (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, DIPF).