Fazit

Niedersachsen schleppt aus der Vergangenheit ein beträchtliches Qualifizierungsdefizit weiter mit sich. Es äußert sich auf beiden Qualifizierungsniveaus, dem Hochschulstudium und der beruflichen Ausbildung, darin, dass Niedersachsen den niedrigsten Anteil an Hochschulzugangsberechtigten bei den Schulabsolventen unter allen Bundesländern aufweist und bei den Neuzugängen zur dualen und Schulberufsausbildung auch am unteren Ende der Länder liegt. Besonders problematisch erscheint, dass im dualen Berufsbildungssystem auch aktuell (2013) noch eine starke Unterdeckung an Ausbildungsplätzen besteht. Bei einer Angebots-Nachfrage-Relation von 85 % ist weder ersichtlich, wie in diesem noch stark industriell geprägten Land zukünftig das erforderliche Fachkräftepotenzial sichergestellt werden soll, noch wie der Anspruch der Jugendlichen - insbesondere auch der ausländischen - auf eine vollqualifizierende Ausbildung erfüllbar sein soll.

Wenn Unternehmen, Kammern und Sozialpartner nicht in der Lage sein sollten, das Ausbildungsplatzangebot substanziell zu erhöhen, ist die Landespolitik aus ökonomischen und sozialen Gründen gefordert, ihre Qualifizierungspolitik für alle Ausbildungssektoren merklich zu intensivieren.

 

Autoren: Prof. Dr. Martin Baethge, Markus Wieck (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen, SOFI); Prof. Dr. Susan Seeber, Beatrice Lenz, Christian Michaelis (Universität Göttingen); Prof. Dr. Kai Maaz, Dr. Daniela Julia Jäger, Dr. Stefan Kühne, Sebastian Wurster (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, DIPF).