2010 - 2013: Zukunft der Integration

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur kontinuierlichen Fortschreibung einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu leisten. Wir wollen Integration neu denken und Vielfalt gestalten.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die späte Anerkennung dieser Wirklichkeit hat Integration jahrzehntelang erschwert und die positive Wirkung von Einwanderung beeinträchtigt. Die kulturelle und ethnische Vielfalt ist dabei eine Chance für unser Land. Es gilt die Potenziale der Einwanderer zu entfalten und im Wettbewerb um Zuwanderung international attraktiv zu bleiben. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Chancengerechtigkeit in einer Gesellschaft sind dabei wichtige Fundamente der Integration. Ein neues "Wir-Gefühl" entsteht, wenn wir die Herausforderungen des Zusammenlebens gemeinsam bewältigen. Die Zukunft zählt, nicht die Herkunft.

Schwerpunkte
Junges Forum - Generation Zukunft
Migration und Integration gehören zu den zentralen Themen unserer Zeit. Im Fokus stehen die mit Zuwanderung und kultureller Vielfalt verbundenen Themen und Herausforderungen: Bildung, Arbeitsmarktbeteiligung, Demographie, Sicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und das Verhältnis von Religion und Staat. Was bedeutet Integration? Was hält unsere Gesellschaft zusammen und wie können wir unsere gemeinsame Zukunft gestalten? Und was bedeutet eigentlich Zusammengehörigkeit? 125 junge Menschen diskutierten diese Fragen auf Einladung des Bundesministerium des Innern und der Bertelsmann Stiftung.

Integration in Kommunen
Nicht nur Großstädte mit einem Zuwandereranteil von ca. 30 Prozent, sondern auch viele Gemeinden im ländlichen Raum müssen das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft gestalten. Für Kommunen wurde ein Integrationsworkshop entwickelt, der sich an die maßgeblichen Akteure aus Politik, Verwaltung und Migrantencommunities richtet. Zudem finden Sie bei uns gute Beispiele erfolgreicher Integrationspolitik sowie die wichtigsten Daten zu Ihrer Kommune auf www.wegweiser-kommune.de.

Partizipation von Zuwanderern
Der Schlüssel für die erfolgreiche Integration von Zuwanderern ist vor allem ihre gleichberechtigte Teilhabe am Bildungssystem und Arbeitsmarkt, aber auch auf die Mitwirkung in der Bürgergesellschaft und in der Politik. Mit dem neuen "Leadership Programm" für junge Führungskräfte aus Migrantenorganisationen fördert die Bertelsmann Stiftung wichtige "Brückenbauer" für eine erfolgreiche Integration.

Migration und Integration in Europa
Bereits seit 1992 führt die Bertelsmann Stiftung Projekte im Bereich Migration und Integration durch. Um die europäische und transatlantische Debatte in diesem Themenbereich voranzutreiben, wurde 2008 der Transatlantic Council on Migration gegründet. Dieser widmet sich der zukunftsorientierten Forschung, lädt regelmäßig zu Expertenkonferenzen ein und gibt Publikationen heraus. Ziel ist es, einen Austausch zwischen deutschen, europäischen und transatlantischen bewährten Praktiken im Bereich der Migrationssteuerung und Integrationsförderung zu ermöglichen.

Vielfalt gestalten
Die Demokratie ist auf Werte und Kompetenzen wie Toleranz, Gemeinsinn und Engagement angewiesen. Diese sind nicht selbstverständlich, sondern müssen gefördert werden. Die Bertelsmann Stiftung hat deshalb gemeinsam mit Partnern Bildungsprogramme entwickelt, die auf individueller Ebene entsprechende Haltungen fördern helfen. Auf struktureller Ebene braucht eine funktionsfähige demokratische Gesellschaft angesichts von Individualisierung und Pluralisierung neue Möglichkeiten für Beteiligung. Denn: "Partizipation ist das Prinzip der Politik" (Volker Gerhardt). Hier sind neue Konzepte und Ideen nötig, um die Demokratie durch mehr Partizipation zu stärken.

Bekämpfung des Rechtsextremismus
Die Tabuisierung der Einwanderungssituation in Deutschland hat ausländerfeindliche und rechtsextreme Einstellungen begünstigt. Rund 40 Prozent der Bevölkerung stimmt der Aussage zu, die Bundesrepublik sei durch die vielen Ausländer überfremdet. Solche Befunde sind Sprengsätze für das demokratische Zusammenleben in Deutschland und zeigen, dass die Brisanz und das Bedrohungspotenzial auf lange Jahre fortbestehen werden. Rechtsextremismus ist kein deutsches Sonderproblem, sondern ein europäisches Phänomen. Was kann Deutschland von anderen Ländern in Europa lernen?

Nachfolgeprojekt ist "Einwanderung und Vielfalt".