2011 - 2013: Internationales Netzwerk Gesundheitspolitik

„Von der Welt lernen“ – dieses Motto von Stifter Reinhard Mohn bildet einen wichtigen Pfeiler in der Arbeit der Bertelsmann Stiftung. Das trifft auch für den Bereich der Gesundheitspolitik zu. Nicht nur in Deutschland gilt das Gesundheitswesen als „Reformbaustelle“. Weltweit suchen Wissenschaftler und Politiker nach Ansätzen, um die Versorgung zu verbessern, Gesundheit zu fördern und Finanzierungssysteme nachhaltig zu gestalten.

2002 hat die Bertelsmann Stiftung das Internationale Netzwerk Gesundheitspolitik ins Leben gerufen, um die Suche nach nachhaltigen, langfristig konsensfähigen und finanzierbaren Lösungen für die Reform des deutschen Gesundheitssystems zu unterstützen. Bis 2010 berichteten Experten aus 20 Ländern zweimal jährlich über aktuelle gesundheitspolitische Ideen, Reformansätze sowie deren Wirkungsweise und fragten nach den Interaktionen und Kräfteverhältnissen zwischen den Beteiligten.

Im Jahr 2011 wurde das Internationale Netzwerk Gesundheitspolitik mit dem National Lead Institutions (NLI) Netzwerk des European Observatory on Health Systems and Policies im „Health Systems and Policy Monitor“ zusammengeführt. Mehr Informationen zu diesem neuen Netzwerk und seiner Arbeit finden Sie auf der Website des European Observatory.

Wie funktioniert Gesundheitspolitik anderswo und warum? Von 2003 bis 2010 berichteten Experten aus weltweit 20 Industrieländern zweimal jährlich zu aktuellen Entwicklungen in der Gesundheitspolitik: Die Berichte lieferten zeitnahe Informationen über gesundheitspolitische Ideen, Reformansätze und deren Wirkungsweise. Im Fokus standen die Frage nach den Interaktionen und Kräfteverhältnissen zwischen den beteiligten Akteuren und die qualitative Bewertung der Gestaltungsprozesse in Gesundheitssystemen.

Die Informationen aus den Partnerländern haben wir hinsichtlich ihrer systemischen Wirkung, ihrer Relevanz und möglichen Übertragbarkeit nach Deutschland überprüft, um sie für die hiesige gesundheitspolitische Debatte fruchtbar zu machen. Dabei galt unser besonderes Augenmerk der Wirkungsweise von monetären und nichtmonetären Anreizen in der erfolgreichen Umsetzung gesundheitspolitischer Reformen.

Im Jahr 2011 wurde das Internationale Netzwerk Gesundheitspolitik mit dem National Lead Institutions (NLI) Netzwerk des European Observatory on Health Systems and Policies zusammengeführt, um so langfristig die Arbeit des Netzwerks zu sichern. Als Health Systems and Policy Monitor wird dieses neue Netzwerk mit Partnern aus nun insgesamt 26 Ländern seine Arbeit auf einer neuen Internetplattform präsentieren. Mehr Informationen zu diesem Netzwerk und seiner Arbeit finden Sie in Kürze auf der Website des European Observatory.

Bereits vor der Zusammenführung standen beide Netzwerke für qualitativ hochwertige Politikanalysen und Gesundheitssystemforschung. Beide Gruppen nutzen die Ergebnisse ihrer Arbeit, um per Wissenstransfer und Politikdialog evidenzbasierte gesundheitspolitische Entscheidungen zu fördern und zu unterstützen. Auch im neuen Netzwerk unter dem Dach des European Observatory wird der globale Charakter des ehemaligen Netzwerks Gesundheitspolitik aufrecht erhalten. Besonders dieser globale Ansatz, also den Blick über den Tellerrand zu wagen und zu fragen, was das eigene Land von anderen Ländern lernen kann, war das herausragende Merkmal des Internationalen Netzwerks Gesundheitspolitik im Vergleich zu anderen, nur regional agierenden Netzwerken.