2007 - 2009: Eine zeitgemäße betriebliche Gesundheitspolitik

Förderung von Gesundheit und Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit werden für den rohstoffarmen Hochtechnologiestandort Deutschland zukünftig zu einer überlebenswichtigen Aufgabe. Qualifizierung, Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter sind wichtige Ressourcen, die in einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb noch deutlich besser gepflegt werden müssen, als dies heute bereits geschieht. Die Bertelsmann Stiftung trägt, in Anlehnung an die Empfehlungen der "Expertenkommission Zukunftsfähige betriebliche Gesundheitspolitik" und des "Initiativkreises Betriebliche Gesundheitspolitik", zu einer deutlichen Intensivierung der Bemühungen zur Gesundheitsförderung und Prävention insbesondere in der Arbeitswelt bei. Die Bertelsmann Stiftung hat das Projekt "Zeitgemäße betriebliche Gesundheitspolitik" initiiert, um zentrale Forderungen der Kommission in die Tat umzusetzen.

Die Projektarbeit hat folgende Projektbausteine enthalten:
- Regionale Integrierte Versorgung - Die Einbindung von Betriebsärzten in den Prozess der Gesundheitsversorgung und Prävention
- Umsetzung und Weiterentwicklung des Präventionsauftrages in der Arbeitswelt - Die Berufsgenossenschaften im Reformprozess
- Anreizmodelle für die Verbreitung einer betrieblichen Gesundheitspolitik in Unternehmen

Vision
Die Vision betrieblicher Gesundheitspolitik ist gesunde Arbeit in gesunden Organisationen. Gesunde Organisationen fördern beides: Wohlbefinden und Produktivität ihrer Mitglieder. Die Kommission sieht die gesundheitsrelevanten Problemstellungen in den Unternehmen, Verwaltungen und Dienstleistungsorganisationen nicht mehr allein an der Mensch-Maschine-Schnittstelle, sondern insbesondere an der Mensch-Mensch-Schnittstelle: in der Qualität der Menschenführung, in der Qualität der Unternehmenskultur sowie in der Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Leitbild
Gesundheitliche Probleme müssen an ihrer Quelle bekämpft werden. Der Arbeitswelt kommt dabei – auch wegen ihrer Rückwirkung auf Privatleben und Freizeitverhalten – eine herausragende Bedeutung zu. Das Hauptgewicht sollte bei der Verhütung gesundheitlicher Probleme liegen und nicht bei ihrer nachgehenden Bewältigung. Gesundheitsförderung und Prävention müssen als Führungsaufgabe wahrgenommen und nicht nur von nachgeordneten Fachabteilungen bearbeitet werden. Betriebliche Gesundheitspolitik muss unter Einbeziehung der Betroffenen praktiziert und nicht nur "Top-down" verordnet werden. Und sie muss in ihrer Ausgestaltung vielfältig sein, d.h. den unterschiedlichen Bedürfnissen einzelner Branchen und Betriebsgrößen entsprechen. Betriebe, die so verfahren, fördern die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Sie tragen zudem zur Vermeidung von Sozialversicherungsfällen (Unfälle, Behandlung, Berentung, Arbeitslosigkeit) bei, d.h. zur finanziellen Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, was ihnen selbst wiederum in Form begrenzter Lohnnebenkosten zu Gute kommt.

Eine zeitgemäße betriebliche Gesundheitspolitik
Die Expertenkommission "Zukunftsfähige betriebliche Gesundheitspolitik" hat mit Ihrer zweijährigen Arbeit den Grundstein für eine grundlegende Aufarbeitung des Themenfeldes Arbeit und Gesundheit gelegt. Neben einer Vision und einem Leitbild erarbeitete die Kommission Empfehlungen, zur Intensivierung und Neuausrichtung nationaler Bemühungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Arbeitswelt; dabei sollen Staat, Unternehmen und Gewerkschaften mehr Verantwortung übernehmen und im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft besser zusammenarbeiten. Der "Initiativkreis Betriebliche Gesundheitspolitik" schloss an die Arbeiten der Expertenkommission an und begleitete und förderte die politische Umsetzung der Empfehlungen. Die Empfehlungen richteten sich u.a. an Saat, Betriebe, Gesundheitsexperten und überbetriebliche Gesundheitsakteure.

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