2007 - 2008: BürgerForum Soziale Marktwirtschaft

Die Soziale Marktwirtschaft galt lange als Erfolgsmodell. Vielen Bürgern war sie Garant für Wohlstand und Gerechtigkeit. Seit einiger Zeit ist die Soziale Marktwirtschaft jedoch ins Gerede gekommen, und viele Bürger verlieren ihr Vertrauen in ihre Zukunftsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund haben die Bertelsmann Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung und die Ludwig-Erhard-Stiftung einen Zukunftsdialog mit Bürgern angestoßen.

Das BürgerForum Soziale Marktwirtschaft hat nach einer Zufallsauswahl 350 Bürger aus ganz Deutschland eingeladen, ihr eigenes Bild einer zukunftsfähigen Sozialen Marktwirtschaft zu entwerfen. Im Austausch mit Politikern und Experten haben die Teilnehmer ein Programm erarbeitet, das am 60. Jahrestag der Sozialen Marktwirtschaft allen Bundestagsparteien sowie an politisch Handelnde und Entscheider übergeben worden ist.

Teilnehmer des BürgerForums von Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung und Ludwig-Erhard-Stiftung wurden am 22. Juli 2008 in Berlin vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Karl Diller empfangen, um die Ergebnisse ihrerdreimonatigen Arbeit bei der Entwicklung eines "Bürgerprogramms Soziale Marktwirtschaft" vorzustellen.

 Staatssekretär Diller bescheinigte dem Projekt: "Die Beteiligten haben viel Zeit investiert und sich aktiv in die Diskussion über die Zukunft Deutschlands eingebracht." Ein solch aktives "Sich-Einmischen" der Bevölkerung bereichere die politische Diskussion und mache die Demokratie lebendig. In der Diskussion mit den zehn Bürgern zeigte er vor allem Sympathie mit den Vorschlägen des BürgerForums zum Abbau der Staatsverschuldung. Dieser Aufgabe werde im "Bürgerprogramm" zu Recht eine hohe Bedeutung beigemessen.

In ihrem Programm machen die 350 Teilnehmer des Bürgerforums deutlich, wie mehr soziale Gerechtigkeit in den Themenbereichen Bildung, Arbeit, Soziales, Finanzen und Umwelt zu einem Gesamtentwurf zusammenzufügen sind.

Zu den zentralen Ergebnissen des Bürgerprogramms gehört die Forderung nach mehr finanziellen Mitteln für nachhaltige Investitionen in die Bildung, die als der entscheidende Schlüssel zur Teilhabe aller an den Chancen der Marktwirtschaft und damit zu mehr Gerechtigkeit gesehen werden. Mehr Nachhaltigkeit in der Politik fordert das Bürgerprogramm auch durch besseren Umweltschutz und einen verantwortungsbewussten Umgang mit finanziellen Ressourcen.