Ältere Dame mit Arzt

Was wir erreicht haben: Weisse Liste


Das Internetportal „Weisse Liste“ hat den Anspruch, Patienten und ihren Angehörigen die richtige Entscheidung für eine bedarfs- und bedürfnisgerechte gesundheitliche Versorgung zu ermöglichen. Informationen zur Qualität von Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden transparent gemacht – und zwar so, dass auch Laien sie verstehen. Das Projekt wird von der Bertelsmann Stiftung getragen. Strategische Partner und Co-Initiatoren sind die Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen: Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAGS), Sozialverband Deutschland (SoVD), Verbraucherzentrale Bundesverband und Sozialverband VdK Deutschland. Die Verbände begleiten das Projekt mit Blick auf die Interessen von Patienten und Verbrauchern. Die „Weisse Liste“ verzeichnet monatlich rund eine Million Besucher.

Die Rolle der Bertelsmann Stiftung als Reformakteur im Gesundheitswesen

Seit rund zwanzig Jahren befasst sich die Bertelsmann Stiftung mit Projekten und Initiativen zur Reform des Gesundheitswesens. Dabei setzt sie sich für ein leistungsfähiges und solidarisches Gesundheitssystem ein, das allen Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status den Zugang zu einer angemessenen Versorgung garantiert. Daher nimmt die Bertelsmann Stiftung in ihren Programmen konsequent die Perspektiven von Patienten, Verbrauchern und Versicherten ein. Ein wichtiges Ziel ist es, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen zu erhöhen und den Bürgern mit Daten und Fakten bei der Orientierung und der Suche nach Leistungsanbietern zu helfen.

Patientenorientierung und Transparenz im System durch Daten, Fakten und digitale Angebote

 

Zu den ersten Projekten gehörte der „Gesundheitsmonitor“ . Mit diesem Instrument wurden die Versicherten in Zusammenarbeit mit der Barmer GEK zwischen 2002 und 2016 nach ihren Erfahrungen in der Gesundheitsversorgung befragt und die so ermittelten Ergebnisse in die politische Diskussion eingebracht. Mit ihrem „Faktencheck Gesundheit“ will die Bertelsmann Stiftung dazu beitragen, dass die Gesundheitsleistungen stärker am tatsächlichen Bedarf der Patienten ausgerichtet werden und die begrenzten Ressourcen sachgerechter eingesetzt werden. Zudem will sie die Arzt-Patienten-Beziehung durch Konzepte für eine gemeinsame Entscheidungsfindung verbessern. Mit dem Projekt „Der digitale Patient“ will die Bertelsmann Stiftung dazu beitragen, dass neue Technologien in den Dienst der Gesundheit gestellt werden und dem Patienten Orientierung bieten.

„Weisse Liste“ als Impulsgeber für Reformen im Gesundheitswesen

Beispielhaft für den Reformansatz der Bertelsmann Stiftung im Gesundheitswesen ist die „Weisse Liste“. Mit dem Internetportal www.weisse-liste.de möchte sie Patienten und Angehörige bei der Bewältigung von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit unterstützen. Die „Weisse Liste“ hat den Anspruch, jedem die richtige Entscheidung für eine bedarfs- und bedürfnisgerechte gesundheitliche Versorgung zu ermöglichen. Informationen zur Qualität von Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden transparent gemacht – und zwar so, dass auch Laien sie verstehen. Die „Weisse Liste“ trägt dazu bei, dass sich die Gesundheitsanbieter in einem fairen Wettbewerb um die beste Qualität messen können. Von diesem Wettbewerb profitieren wiederum die Bürger, weil die Qualität insgesamt steigt.


Anspruch: Verlässlicher Wegweiser im Gesundheitswesen

Als zentraler Projektbaustein ist das Portal „Weisse Liste“ seit 2008 online. Das Portal unterstützt seine Nutzer ganz praktisch bei der Suche nach dem passenden Anbieter vor Ort oder – wenn nötig – bundesweit. Es unterscheidet sich dabei von anderen, zumeist kommerziellen Anbietern, indem es komplett werbe- und kostenfrei sowie unabhängig von den Interessen der Gesundheitsanbieter ist. Das Online-Angebot bietet dabei eine hohe Informationsqualität, beispielsweise durch wissenschaftlich entwickelte Befragungen oder besondere Anforderungen an die Manipulationssicherheit.

Vertrauensanker durch glaubwürdige Partner

Die „Weisse Liste“ versteht sich nicht nur als Portal, sondern auch als Projektplattform. Ihr Anspruch ist es, die Ziele mit gleichgesinnten und glaubwürdigen Partnern zu verfolgen. Das gilt für die Entwicklung neuer Informationsbereiche und die Vermittlung der Ergebnisse. Das Projekt wird von der Bertelsmann Stiftung getragen. Strategische Partner und Co-Initiatoren sind die Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen: Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAGS), Sozialverband Deutschland (SoVD), Verbraucherzentrale Bundesverband und Sozialverband VdK Deutschland. Die Verbände begleiten das Projekt mit Blick auf die Interessen von Patienten und Verbrauchern.

Schirmherrin der „Weissen Liste“ ist die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Seit 2011 ist die Weisse Liste gemeinnützige GmbH eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bertelsmann Stiftung, für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Portals zuständig.


„Weisse Liste“ als gemeinnütziges Geschäftsmodell

Die „Weisse Liste“ finanziert ihr gemeinnütziges Geschäftsmodell zu einem erheblichen Teil über ein Lizenzierungsmodell. Derzeit bestehen sieben Lizenzverträge mit folgenden Krankenkassen: AOK, Barmer, KKH, AXA, Bertelsmann BKK, Debeka und Union Krankenversicherung. Wie das Beispiel AOK zeigt, binden die Krankenkassen die „Weisse Liste“ in ihr Serviceangebot auf der Homepage ein: weisse-liste.krankenhaus.aok.de. Durch dieses Lizenzmodell werden die Informationen über vielfältige Kanäle zugänglich gemacht, und die Betriebskosten können zu einem guten Teil gedeckt werden.

Zielgruppen der „Weissen Liste“

Die primäre Zielgruppe der „Weissen Liste“ sind Patienten mit ihren Angehörigen, die Unterstützung bei der Frage suchen, wo sie eine passende und qualitativ hochwertige medizinische Behandlung oder Pflege finden.

Die „Weisse Liste“ erarbeitet und realisiert Konzepte für (digitale) Informationslösungen für Patienten, die im Gesundheitswesen als Vorbild für eine verbraucherorientierte Qualitätsberichterstattung auf Bundes- und Landesebene dienen sollen. Insoweit gehören auch Politik und Gesundheitsakteure zur Zielgruppe.

Beispiel Reformkonzept Qualitätsberichterstattung in der Pflege


Beispiel für die konkreten Anregungen und Reformvorschläge der „Weissen Liste“ ist ein Konzept zur Reform des sogenannten Pflege-TÜV. Bislang wurde über die Qualität von Pflegeheimen mit wenig aussagekräftigen „Pflegenoten“ informiert. Die „Weisse Liste“ schlägt stattdessen vor, Warnhinweise und Empfehlungen zur Pflegequalität auszusprechen, künftig über den Personaleinsatz und diverse Strukturmerkmale zu informieren und zudem das Erfahrungswissen der Betroffenen zu berücksichtigen. Die Reformvorschläge sowie ein Video, in dem ein Prototyp eines Online-Angebots vorgestellt wird, finden Sie unter:

www.weisse-liste.de/public-reporting-pflege

Die Wirkung der „Weissen Liste“

In Sommer 2017 wurde die Arbeit der „Weissen Liste“ umfassend evaluiert und hinsichtlich ihrer Wirkung bewertet. Wesentliche Bestandteile waren die quantitative Analyse von Bekanntheit, Reichweite und Nutzungsverhalten sowie Stakeholder-Interviews zur strategischen Positionierung und Wirksamkeit. Hinterfragt wurde die Zielerreichung auf der Patientenebene (individueller Nutzen) und inwiefern die „Weisse Liste“ zur Weiterentwicklung der Versorgungsqualität beiträgt (Systemverbesserung). Die Ergebnisse fielen in beiden Bereichen grundsätzlich positiv aus.

Einige Eckdaten der Wirkungsanalyse

  • Bekanntheit: Ein Sechstel der Onliner, 90 Prozent der Qualitätsbeauftragten in Kliniken und 80 Prozent der Ärzte kennen die „Weisse Liste“. 
  • Nutzung: Die „Weisse Liste“ verzeichnet monatlich rund eine Million Besucher (Steigerung seit 2014 um 300 Prozent). 
  • Die Weiterempfehlungsrate von Patienten liegt bei 74 Prozent und von Patientenberatern bei 80 Prozent.
  • 80 Prozent der Nutzer geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt werden. 
  • 50 Prozent der Qualitätsmanager in Krankenhäusern nutzen die „Weisse Liste“. 
  • 37 Prozent der Patienten geben an, dass sie ihre Entscheidung für einen Gesundheitsanbieter nach Nutzung der „Weissen Liste“ überdenken. 
  • Die Mehrheit der befragten Versorgungsforscher und Kassenvertreter sagt, dass die „Weisse Liste“ den Qualitätswettbewerb fördert. 
  • Wenig Erfolg hat das Projekt bisher in der Zielgruppe der niedergelassenen Ärzte. Hier ist die Akzeptanz von Qualitätsvergleichen nach wie vor gering.

Ergebnis: Das Projekt „Weisse Liste“ hat sich seit seinem Start im Jahr 2008 dynamisch entwickelt und in einem mitunter schwierigen Umfeld behauptet.


Ausblick

Die „Weisse Liste“ wird ihre Arbeit als der „Wegweiser im Gesundheitswesen“ durch ein gesichertes Finanzierungsmodell auch in den kommenden Jahren fortsetzen können. Zu den primären Zielsetzungen für die Zukunft gehört es, neue Datenquellen zu erschließen – insbesondere in den Bereichen Pflege und niedergelassene Ärzte. Diese Informationen sollen in neue digitale Lösungen wie die elektronische Patientenakten integriert werden. Im Mittelpunkt künftiger Anstrengungen steht der konsequente Ausbau der Reichweite über Suchmaschinen und soziale Netzwerke. Neben der kontinuierlichen Optimierung des Portals heißt die strategische Priorität: „Mobile First“. Bereits heute kommen mehr als 60 Prozent der Nutzer der „Weissen Liste“ über mobile Endgeräte.