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Veit Mette

Ambulante Pflege: Einsatz im Minutentakt

Genaue Zeitvorgaben bei der Pflege, anrührende Momente, manch ein dankbares Lächeln und immer noch Zeit für einen Spruch – unterwegs mit einem ambulanten Pflegedienst.

Von: GEORG DAHM für change – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Im niedersächsischen Salzhausen, in Winsen und Umgebung etreut die „Interessengemeinschaft Ambulante Pflege“ pflegebedürftige Menschen, davon allein in Salzhausen 75. Dabei kommen die Pflegerinnen 800 Mal pro Woche in die Wohnungen der Pflegebedürftigen . Dann beginnt das Zeitstoppen - exakt 34 Minuten, 22 oder 13 oder 4. So lange eben Leistungen wie „Kämmen und Rasieren“, „kleine Hilfe Nahrungsaufnahme“ oder „große Hilfe bei Ausscheidungen“ dauern dürfen, wenn die IG betriebswirtschaftlich arbeiten will.

„Wenn ich mich an die Minuten halte, bin ich morgens schon gaga.“

Um 7:33 Uhr fährt Anette Martini laut Plan vom Hof der Zentrale, um 7:38 Uhr soll die Altenpflegerin beim ersten Kunden sein. Zehn Einsätze bis 12:58 Uhr, Dienstbesprechung 11:19 Uhr bis 12:19 Uhr, Schichtende 13:07 Uhr.

Martini raucht erstmal eine Zigarette. „Wenn ich mich an die Minuten halte, bin ich morgens schon gaga“, sagt die sportliche blonde Frau, die lieber in Jeans als im weißen Kittel antritt. „Wie lange was dauert, haben wir im Gefühl. Ich versuche, mich nicht zu beeilen. Dann geht es meistens viel besser.“

Unsere fünf Beispiele zeigen: Trotz minutengenauer Taktung und einem Preisschild an jeder Pflegeleistung, bleibt der menschliche Kontakt wichtigster Teil der Arbeit. Passend fasst eine der Pflegerinnen zusammen: Wir bekommen es nicht hin uns nur als Dienstleister zu verstehen: „Wir haben alle eine Helferklatsche.“

Mehr zum Thema Pflege in change Ausgabe 3/2013

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