Podiumsdiskussion der Bertelsmann Stiftung auf der Münchner Sicherheitskonferenz. V.l.n.r.: William Swing, Generaldirektor der International Organization for Migration, Alaa Murabit, Gründerin der NGO „Stimme der libyschen Frauen“, Johannes Hahn, EU
Marc Müller

, Veranstaltung: Fluchtursachen müssen dringend angegangen werden

Warum fliehen immer mehr Menschen aus Afrika, Asien und Südosteuropa und was können wir tun, um die Fluchtursachen zu bekämpfen? Dazu stellten wir am 17. Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein neues Buch vor und diskutierten mit EU- und Nahost-Experten.

2015 waren laut Angaben der Vereinten Nationen über 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Seitdem sich auch immer mehr Menschen aus Krisengebieten auf den Weg nach Europa machen, ist in der EU eine heftige Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen entbrannt. Doch warum verlassen Menschen überhaupt ihre Heimat, um sich in eine ungewisse Zukunft zu begeben, wie sieht ihr Leben vor Ort aus und wie können wir die Fluchtursachen wirkungsvoll bekämpfen? Darüber diskutierte unser Vorstandsvorsitzender Aart De Geus auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit Johannes Hahn, EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik, Alaa Murabit, Gründerin der NGO "Stimme der libyschen Frauen", dem libanesischen Verteidigungsminister Yacoub Sarraf und dem Generaldirektor der International Organization for Migration, William Swing.

Die Runde war sich einig, dass die EU eine gemeinsame Antwort auf die Flüchtlings- und Migrationsfrage in Europa finden müsse. Doch nicht erst hier, sondern bereits in den Herkunftsländern müsse gehandelt werden: Die internationale Gemeinschaft sei dringend aufgefordert, Krieg und Vertreibung in den Herkunftsländern zu beenden, aber auch Initiativen für Bildung und Arbeit zu unterstützen, damit Menschen wieder eine Lebensperspektive in ihrer Heimat bekämen. Eine solidarische Verteilung der Lasten zwischen den 28 EU-Mitgliedsstaaten sei ebenso notwendig.

"Um die Herausforderungen globaler Migrationsströme zu meistern, muss die EU auf Zusammenarbeit, nicht nationalen Egoismus setzen."
Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung

Auf der Veranstaltung wurde auch unsere neue Publikation "Escaping the Escape" vorgestellt. Das Buch haben Experten der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit 25 Autoren aus den wichtigsten Herkunfts- und Transitländern von Flüchtlingen erstellt. Weitere Infos dazu und Einschätzungen ausgewählter Autoren finden Sie hier.

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