Porträtfoto von Professor Klaus Schwab, Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums und Träger des Reinhard Mohn Preises 2016.
World Economic Forum

Klaus Schwab habe als einer der Ersten erkannt, dass Unternehmen angesichts der Globalisierung und einer zunehmend vernetzten Welt eine besondere ökonomische und soziale Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft hätten, sagte Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung.

Bereits Anfang der 1970er Jahre entwickelte Klaus Schwab sein Konzept, nach dem Unternehmen allen Interessengruppen der Gesellschaft dienen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein. Wichtige Voraussetzung hierfür war für ihn der Brückenschlag zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft – vor allem auch über nationale Grenzen hinweg.

Mit dem von ihm gegründeten Weltwirtschaftsforum hat Schwab eine einzigartige Plattform geschaffen, um den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu den drängenden Themen unserer Zeit zu fördern, heißt es in der Begründung der Bertelsmann Stiftung für die Preisvergabe. Mit der Umsetzung dieser Idee war Schwab seiner Zeit weit voraus. Das Weltwirtschaftsforum in Genf mit Büros in New York, Peking und Tokio – mittlerweile als Internationale Organisation anerkannt – spielt eine wichtige Rolle, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass sich die Erwartungen an Unternehmen und ihre Rolle in der Gesellschaft verändern. "Klaus Schwab versteht es in besonderer Weise, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen in den Dialog zu bringen, um die Veränderungen unserer Zeit mitzugestalten", hob Liz Mohn hervor.

Viele bedeutende Initiativen, in denen Unternehmen mit Politik und Zivilgesellschaft an konkreten Problemlösungen arbeiten, sind unter der Ägide von Klaus Schwab entstanden. So war das Weltwirtschaftsforum der Geburtsort des UN Global Compact, zu dem der damalige UN-Generalsekretär und Reinhard-Mohn-Preisträger von 2013, Kofi Annan, aufrief. Der UN Global Compact gilt bis heute als das größte Netzwerk verantwortungsvollen Unternehmertums weltweit. Aber auch für den Global Fund zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, die Kleinbauern-Initiative Grow Africa oder die Impfallianz GAVI, die seit ihrer Gründung über 200 Millionen Kinder weltweit impfen konnte, war das Weltwirtschaftsforum ein bedeutender Katalysator, um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in konkrete gemeinsame Partnerschaften umzusetzen.

Gemeinsam mit seiner Frau Hilde gründete Klaus Schwab 1998 die Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Zu dieser Zeit war die Idee, soziale Probleme mit unternehmerischen Mitteln zu lösen, noch weitgehend unbekannt. Auch hier ist es ihm gemeinsam mit seiner Frau gelungen, grundlegende Impulse zur Förderung des Sozialunternehmertums in Europa und weltweit zu geben.

Über den Reinhard Mohn Preis

Der Reinhard Mohn Preis erinnert an den Gründer der Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn († Oktober 2009). Der Preis wird jährlich verliehen und zeichnet international renommierte Persönlichkeiten aus, die sich um wegweisende Lösungen zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen verdient gemacht haben. Die Preisvergabe basiert auf einer weltweiten Recherche nach innovativen Konzepten und exemplarischen Lösungsansätzen für Herausforderungen, die für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind. In diesem Jahr heißt das Thema "Verantwortungsvolles Unternehmertum". Dazu richtet die Bertelsmann Stiftung im Mai auch das internationale Reinhard Mohn Symposium aus. Der Festakt zur Preisverleihung findet statt am 16. Juni ab 11 Uhr im Theater Gütersloh.