Gruppenbild der Preisträger bei der Preisverleihung von "Mein gutes Beispiel" 2016 in Berlin.
Sebastian Pfütze

Zusätzlich ehrten die Initiatoren des Wettbewerbes sieben weitere Unternehmen als Finalisten. Die ausgewählten Projekte überzeugten die Jury mit langjährigem und vernetztem gesellschaftlichem Engagement in ihrer Region.

Der bereits zum fünften Mal ausgeschriebene Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" verzeichnete in diesem Jahr mit bundesweit 238 Projekten einen neuen Teilnehmerrekord. Dies ist ein Drittel mehr als vor einem Jahr.

In diesem Jahr wurde neben einer themenoffenen Ausschreibung zusätzlich der Sonderpreis Engagement für Flüchtlinge verliehen. Außerdem konnten die Gäste der Jahreskonferenz erstmals einen Publikumspreis an einen der zwölf Finalisten vergeben. Die teilnehmenden Unternehmen engagieren sich in ihren jeweiligen Regionen zu den Themen Bildung und Ausbildung, Soziale Teilhabe, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Integration.

Dirk Stocksmeier, Vorstandsvorsitzender des Vereins Unternehmen für die Region, gratulierte den Vertretern der ausgezeichneten Unternehmen und zeigte sich begeistert von den vielfältigen Projekten: "Wir haben in diesem Jahr so viele 'gute Beispiele' erhalten wie noch nie und sind beeindruckt zu sehen, wie sich Unternehmen und Betriebe für die Gesellschaft einsetzen." Bemerkenswerterweise setze sich ein Drittel der eingegangenen Projekte für die Integration von Flüchtlingen ein.

Schön zu sehen sei, dass die Qualität des Engagements nicht zwangsläufig mit der Unternehmensgröße zusammenhänge und herausragende Beispiele auch von ganz kleinen Unternehmen eingegangen seien, so Stocksmeier weiter: "Ganz besonders freue ich mich, dass sich auch viele Unternehmerinnen und Unternehmer beworben haben, die sonst nicht gerne über ihr Engagement sprechen. Denn: Nur wenn wir gemeinsam als gutes Beispiel voran gehen, können wir auch andere zur Nachahmung anregen."

Die Preisträger sind:

Das Leitprinzip des von Timothy C. Vincent gegründeten Vereins "Handwerk mit Verantwortung" ist, dass sich die Mitgliedsbetriebe verpflichten, keine Produkte aus sozial fragwürdiger Herstellung zu verwenden oder zu verkaufen und über alle Produkteigenschaften, die Lieferkette und die Herkunft aller Werk- und Inhaltsstoffe aufzuklären.

In dem Verein stehen der Mensch sowie sein Wissen und Können in Sachen Handarbeit im Mittelpunkt, und die Mitglieder bekennen sich zur Langlebigkeit der Produkte. Somit soll ein Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit geleistet werden, indem auf Rohstoffe und Rohprodukte verzichtet wird, die in der Herstellung gegen die Prinzipien der Nachhaltigkeit verstoßen oder die in ihrem gesamten Lebenszyklus mit hohen ökologischen und sozialen Auswirkungen verbunden sind.

Projektpartner sind unter anderem das Büro für Nachhaltige Beschaffung der Staatskanzlei NRW, der Westdeutsche Handwerkskammertag, das Zentrum für nachhaltiges Unternehmertum der Universität Witten/Herdecke und der Deutsche Naturwerksteinverband.

Die Ziele der ProKids-Stiftung der Spitzdruck GmbH sind, soziale Unterstützung und berufliche Perspektiven für Kinder, Jugendliche und junge Mütter zu schaffen sowie Freizeitaktivitäten für diese Zielgruppen anzubieten.

Es ist eine Vielzahl an Projekten, die die Firma unterstützt: unter anderem warmes Mittagessen in ganz Villingen-Schwenningen für Kinder, eine Babyklappe, Erfüllung von Weihnachtswünschen, ProKids-Treff, ProKids-Kleiderkammer, Teilhabe an Schullandheimen, Ausflügen, White Board für ein blindes Mädchen, Patenschaft für Lego Education.

In einer Teenie-Mütter-WG, die es seit 2016 gibt, werden vier Zimmer für junge Mütter bereitgestellt und diese fit gemacht für das Leben mit Kind. Die Projektdurchführung findet auf ehrenamtlicher Basis statt und ermöglicht dadurch eine Betreuung, ohne hohe Verwaltungskosten zu verursachen.

Projektpartner sind die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen, die Caritas und die Diakonie.

Kindern aus Armutsverhältnissen eine Zukunftschance geben – dieses Ziel verfolgt die Volksbank eg Braunschweig Wolfsburg mit ihrer 2005 gegründeten "United Kids Foundation".

Die unabhängige Plattform ermöglicht, dass sich bundesweit tätige Initiativen und Institutionen begegnen, um in Projekten für die Region zu kooperieren. Sie fördert Kinder in den unterschiedlichsten Projekten in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Bildung und Sport. Bis heute wurden mehr als 13,3 Millionen Euro Spenden gesammelt und in über 350 Projekten die Gegenwart und Zukunft von über 45.000 Kindern in der Region nachhaltig verbessert.

Zum zehnjährigen Jubiläum konnten 1.100 Unterstützer gefunden werden, die je mindestens 1000 € gespendet haben. Diese Unterstützung wurde zu 100 Prozent für Kinder in Braunschweig, Gifhorn, Salzgitter und Wolfsburg eingesetzt. Die Volksbank BraWo hat sämtliche Kosten rund um das Projekt, inklusive der Bewerbung der Aktion und Durchführung unterschiedlichster Veranstaltungen, getragen und die gesamte Mitarbeiterschaft hat sich aktiv an der Akquisition der Spenden beteiligt.

Mit dem Projekt "Integrationszentrum und Flüchtlingsheim" hat das Unternehmen im baden-württembergischen Künzelsau ein Integrationszentrum und Flüchtlingsheim zusammen mit dem Hohenlohekreis initiiert, mit welchem es Engagement in der eigenen Region zeigt und für unternehmerische Verantwortung Maßstäbe in der Branche setzt.

Durch eine aktive und vor allem vielseitige Integrationsarbeit gelingt es dem Unternehmen, in ihrem Integrationszentrum Flüchtlingen die deutsche Sprache rasch zu vermitteln und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die nötigen Räumlichkeiten stellt Würth dem Landkreis in der Akademie Würth am Firmensitz in Künzelsau zur Verfügung. Ergänzend zum Integrationszentrum wurde ein ehemaliges Autohaus umgebaut, das für die kostenlose Unterbringung von 50 Flüchtlingen genutzt wird.

Die Koordination der einzelnen Maßnahmen des Integrationszentrums wird durch ein gemeinsames Gremium wahrgenommen, das sich neben der Adolf Würth GmbH aus den verschiedenen Trägern, unter anderem der Volkshochschule, der Arbeitsinitiative Hohenlohekreis, der Caritas, dem Jobcenter und der Arbeitsagentur Hohenlohekreis und dem Deutschen Roten Kreuz zusammensetzt.

Die vom Unternehmen erfundene Stickereitechnik ermöglicht es, in die Kleidung blinder Menschen Informationen in Braille-Punktschrift einzusticken und stellt somit eine enorme Erleichterung im Alltag Nichtsehender dar. Textilwaren mit der eingestickten Blindenschrift-Botschaft werden nicht teurer angefertigt als vergleichbare Artikel im klassischen Einzelhandel.

Mit langjähriger fachlicher Kompetenz gelang dem Unternehmen als Erster diese technische Entwicklung, welche in der Folge in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt patentiert wurde.

Das Projekt hat eine hohe gesellschaftliche Relevanz, da durch fachliches Know-How ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Allgemeinheit von Nichtsehenden geschaffen und diese zudem im Alltag unterstützt werden. Ein Beispiel von ihren vielfältigen ehrenamtlichen Aktionen war die kostenlose Bereitstellung von persönlich bestickten T-Shirts und die Verteilung von extra entwickelten Adventskalendern an ihre Partnerschulen.

Die weiteren Finalisten:

  • Babbel – Lesson Nine GmbH: Kostenlos Deutsch lernen (Berlin)
  • Wollbody GmbH: Wir wollen ankommen (Berlin)
  • Bäckerei Schmitz: Verantwortung für Umwelt und Natur (Daleiden/Rheinland-Pfalz)
  • Privat-Brauerei Strate Detmold GmbH & Co. KG: Förderung kulturelles Leben in der Region (Detmold/Nordrhein-Westfalen)
  • Metallwerke Renner GmbH: Jeder bekommt (s)eine Chance (Ahlen/Nordrhein-Westfalen)
  • Initiativkreis für Unternehmensgespräche e.V.: Berufswahlordner Karriere Kompass (Lüchow-Dannenberg/Niedersachen)
  • Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH: Betriebskita – ein Kooperationsmodell (Erfurt/Thüringen)

Über die Preisträger entschied eine siebenköpfige Jury. Zu ihr zählen neben der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung, Liz Mohn, unter anderem Dirk Stocksmeier sowie der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer. Bei der Auswahl richtete sich die Jury nach folgenden Kriterien: Langfristigkeit des Projektes, Einbringung unternehmerischer Kompetenz, Kreativität, regionale Nähe, Zusammenarbeit mit Partnern sowie die Übertragbarkeit auf andere Regionen.

Weitere Informationen zum Artikelbild: Von links nach rechts, obere Reihe: Timothy C. Vincent, Steinbildhauerei Vincent, Dirk Stocksmeier, Vorstandsvorsitzender Unternehmen für die Region, Carmen Würth, Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, Joachim Spitz, Geschäftsführer der Spitzdruck GmbH, mit Sohn Maximilian Leon Spitz. Von links nach rechts, untere Reihe: Jürgen Kampmann und Eveline Kampmann, Geschäftsführer der Kampmann GmbH, Steffen Krollmann, Bankdirektor der Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg und Stiftungsvorstand der Volksbank BraWo-Stiftung.