Vorausberechnung

Anfängerzahlen in der nachschulischen Bildung bis 2030

Wie könnten sich die Anfängerzahlen in den nachschulischen Bildungsbereichen Studium, Berufsausbildung und Übergangssystem bis 2030 entwickeln? Die Ergebnisse der Vorausberechnung in drei Szenarien finden Sie hier in interaktiven Grafiken.

Quelle: Statistisches Bundesamt, integrierte Ausbildungsberichterstattung, eigene Berechnungen Prognos AG

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Nachschulische Bildung 2030

Die Studie "Nachschulische Bildung 2030" schreibt die jährlichen Anfängerzahlen in den nachschulischen Bildungsbereichen Studium, Berufsausbildung und Übergangssystem bis 2030 fort. Lars Thies, Project Manager der Bertelsmann Stiftung, erläutert zentrale Ergebnisse der Untersuchung. weiterlesen

Publikation

Nachschulische Bildung 2030

Wie könnten sich die Anfängerzahlen in der nachschulischen Bildung in den nächsten 15 Jahren entwickeln? Anhand gegenwärtiger Trends berechnet ... weiterlesen

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Ansprechpartner

Clemens Wieland

Senior Project Manager

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Hintergrund

Die Studie "Nachschulische Bildung 2030" stützt sich auf Angaben des statistischen Bundesamtes und der Kultusministerkonferenz zu demographischer Entwicklung, Schulabgängern, Übergangsquoten an die Hochschulen sowie Ausbildungs- und Studienanfängern. Daraus hat die Prognos AG die Anfängerzahlen in den einzelnen nachschulischen Bildungsbereichen bis 2030 mittels einer Trendfortschreibung das Basisszenario berechnet.

Das Basisszenario wird um zwei Szenarien ergänzt, die alternative Entwicklungen aufzeigen. Das erste Alternativszenario geht von höheren Anfängerzahlen im Studium aus. Zu den Annahmen dieses Szenarios gehört, dass der Anteil der Schulabgänger mit einer Studienberechtigung leicht höher liegt als in den Prognosen der Kultusministerkonferenz. Das zweite Alternativszenario geht von einem geringeren Rückgang der Anfängerzahlen in der beruflichen Bildung aus, weil etwa mehr Jugendliche aus dem Übergangsbereich in Ausbildung gebracht werden.

Das Basisszenario entsprich einer datenbasierten Fortschreibung der Trends aus der Vergangenheit. Es steht unter der Annahme: "Was passiert, wenn nichts passiert". Methodisch werden dabei zunächst die für die Bildungsnachfrage relevanten Personengruppen bestimmt. Danach werden diese entsprechend der bisherigen Entwicklungsverläufe dem akademischen und beruflichen Bildungssystem zugeordnet. Die Teilsysteme sind im Modell miteinander verknüpft. Erhöht sich bei den Schulabgängern z. B. die Übergangsquote in die akademische Bildung, so sinkt die Übergangsquote in die berufliche Bildung.

Rahmenbedingungen des Basisszenarios:

Das Verhältnis der Absolventen nach Schulform entwickelt sich gemäß den Vorausberechnungen der Kultusministerkonferenz (KMK). Da diese Berechnungen nur bis 2025 vorliegen, werden sie bis ins Jahr 2030 fortgeschrieben.

Die Übergangsquoten der Studienberechtigten an Hochschulen und Fachhochschulen steigen weiterhin leicht an.

Die Fachhochschulen verzeichnen bei Studienanfängern eine steigende Nachfrage.

Die Anfängerzahlen in der dualen Ausbildung sinken, während sie in den vollqualifizierenden schulischen Ausbildungen nahezu konstant bleiben.

Die Zahl der Studienanfänger, die ihre Studienberechtigung im Ausland erworben haben (Bildungsausländer) steigt weiter an, der Wachstumsverlauf ist aber degressiv.

Für das Alternativszenario 1 wurden Annahmen getroffen, die im Vergleich mit dem Basisszenario zu einer höheren Zahl von Studienanfängern führen.

Rahmenbedingungen des Alternativszenarios 1:

Der Anteil der Schulabsolventen, die die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen mit einer Hochschulzugangsberechtigung verlassen, steigt im Vergleich zum Basisszenario bis 2030 um 6 Prozentpunkte an.

Die Übergangsquoten an die Hochschulen von Schulabsolventen mit allgemeiner Hochschulreife liegen so hoch wie im Basisszenario (84 Prozent im Jahr 2030)

Die Übergangsquoten an die Hochschulen von Schulabsolventen mit Fachhochschulreife steigen gegenüber dem Basisszenario bis 2030 um 3 Prozentpunkte auf 62 Prozent an.

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe geht bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Basisszenario leicht zurück. Daher steigt der Anteil der Schulabsolventen ohne Hochschulzugangsberechtigung, die eine Maßnahme des Übergangsbereichs beginnen, gegenüber dem Basisszenario um 0,4 Prozent an.

Das Wachstum der Anzahl der Studienanfänger aus dem Ausland schwächt sich gegenüber dem Basisszenario bis 2030 leicht ab.

Im Alternativszenario 2 wurden Annahmen getroffen, die im Vergleich mit dem Basisszenario zu einer Stabilisierung der Anfängerzahlen in der beruflichen Bildung, speziell der dualen Ausbildung, führen.

Rahmenbedingungen des Szenarios:

Der Anteil der Schulabsolventen, die die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen mit einer Hochschulzugangsberechtigung verlassen, ist so hoch wie im Basisszenario und entspricht der Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz.

Die Integration von Personen ohne Hochschulzugangsberechtigung verbessert sich bis 2030, so dass deutlich weniger junge Menschen eine Maßnahme des Übergansbereichs aufnehmen.

Die Übergangsquote von Schulabgängern mit Fachhochschulreife an die Hochschulen geht bis 2030 im Vergleich zum Basisszenario um 7 Prozentpunkte auf 54 Prozent zurück.

Die Übergangsquoten von Personen mit allgemeiner Hochschulzugangsberechtigung geht gegenüber dem Basisszenario bis 2030 um 3 Prozentpunkte auf 81 Prozent zurück.

Das Wachstum der Anzahl der Studienanfänger aus dem Ausland schwächt sich gegenüber dem Basisszenario bis 2030 leicht ab.

Die Zuwachsraten bei den Anfängern dualer Studiengänge fallen gegenüber dem Basisszenario um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr geringer aus.

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