Liebe Leserinnen und Leser,
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit hängt stark davon ab, wie innovationsstark der hiesige Forschungsstandort in wichtigen Zukunftstechnologien ist. Zuletzt hat sich Deutschlands internationale Position hier jedoch verschlechtert, wie unsere aktuelle Studie zur Patentdynamik in 15 zentralen Zukunftstechnologien zeigt: So ist der deutsche Anteil am weltweiten Patentgeschehen in den letzten zwei Jahrzehnten von 21,9 auf 15 Prozent gesunken. Zugleich wächst der Anteil der in Deutschland entwickelten Patente, die von ausländischen Unternehmen kontrolliert werden. Dieser beträgt inzwischen rund 30 Prozent. Der negative Trend betrifft damit nicht nur die Innovationsleistung, sondern auch die technologische Souveränität und Resilienz des Standorts. Exzellente Forschung allein reicht daher nicht aus – entscheidend ist, dass die Rahmenbedingungen für Investitionen in zukunftsträchtige Schlüsseltechnologien verbessert und Innovationen schneller in marktfähige Technologien, industrielle Anwendungen und neue Wertschöpfung übersetzt werden.
Welche Rolle gerade junge Unternehmen dabei spielen können, zeigt unser neuer Policy Brief zur Weiterentwicklung der deutschen Start-up-Strategie. Die Anzahl der Start-up Gründungen hat zuletzt zugenommen. Doch eine stärkere Gründungsdynamik allein reicht für langfristiges Wachstum nicht aus. Die Herausforderung besteht darin, dass Start-ups zu wachstumsstarken Unternehmen und internationalen Technologieführern skalieren. Moderne Start-up-Politik muss daher die gesamte Wachstumsphase in den Blick nehmen: den Zugang zu Kapital, internationalen Talenten, neuen Märkten, wissenschaftlicher Infrastruktur und innovationsfreundlicher Regulierung.
Daneben möchten wir Sie in dieser Ausgabe auch auf neue Analysen aus unserem Arbeitsmarktteam aufmerksam machen: So zeigt eine neue Studie, dass die Zahl der Beschäftigten im Bereich Erneuerbare Energien 2025 mit 436.000 Personen einen neuen Rekordstand erreicht hat. Deutlich wird aber auch, wie stark politische Entscheidungen durchschlagen können: Die Kürzung von Fördermitteln bei Photovoltaik ab 2011 und die Deckelung sowie neue Ausschreibungsverfahren bei Windkraft ab 2017 führten zu Einbrüchen bei der Beschäftigung. Um die positive Beschäftigungsdynamik in der Wachstumsbranche der Erneuerbaren nicht zu gefährden, sollte die Politik daher keine energiepolitischen Kehrtwenden vollziehen, sondern die Erneuerbaren Energien weiter konsequent ausbauen und Planungssicherheit für Investitionen gewährleisten.
Schließlich zeigen wir in einer weiteren Analyse, wie stark der deutsche Arbeitsmarkt durch Zuwanderung gestützt wird und welche Hürden abgebaut werden müssen, um weitere Potenziale zu heben. Denn eine bessere Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten mindert nicht nur den Fachkräftemangel, sondern erhöht auch die Steuereinnahmen und stabilisiert die Sozialversicherung.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback.
Mit besten Grüßen
Dr. Daniel Schraad-Tischler
Director, Programm Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft