1. edition 2018, 112 pp (PDF)

DOI 10.11586/2018017

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Jedes Kind hat ein Recht auf gutes Aufwachsen und Teilhabe in unserer Gesellschaft. Aber nicht für alle Kinder wird dieses Recht gleichermaßen eingelöst: Wachsen Kinder in Armut auf, so sind ihre Möglichkeiten auf ein selbstbestimmtes Leben eingeschränkt und sie sind vielfach von der Gesellschaft abgekoppelt. Das zeigt die vorliegende Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Kinder, die dauerhaft in Armut aufwachsen, haben weniger Freunde, können weniger Freizeitaktivitäten ausüben und sind seltener in Vereinen aktiv. Schon in jungen Jahren wissen sie um ihre schlechtere Position und ihre mangelnden Chancen in unserer Gesellschaft.

 

Dabei können Kinder selbst nichts für ihre finanzielle Lage; und sie können sich auch nicht aus eigener Kraft aus Armut befreien. Ihre familiäre Situation entscheidet darüber, ob sie abgesichert aufwachsen oder aber Armut erfahren. Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen, dass insbesondere die Erwerbstätigkeit der Mutter dabei ausschlaggebend ist: Geht die Mutter einer Erwerbstätigkeit nach, ist das Armutsrisiko der Kinder deutlich niedriger. Bei Kindern in Ein-Eltern-Familien schützt allerdings nur eine Vollzeiterwerbstätigkeit der Mutter vor dauerhaften Armutserfahrungen – auch wenn die Mutter Teilzeit arbeitet, sind 60 Prozent der Kinder von temporären oder dauerhaften Armutslagen betroffen.