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Valeska Achenbach

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat zu einer starken Zunahme der Arbeitslosigkeit in vielen Mitgliedsländern der Europäischen Union geführt. Vor allem in den südeuropäischen „Krisenstaaten“ sind weiterhin viele Menschen ohne Beschäftigung. Besonders hoch ist die Arbeitslosigkeit unter den jungen Leuten. Gleichzeitig haben Arbeitgeber in Deutschland und anderen nordeuropäischen Ländern zunehmend Schwierigkeiten offene Stellen zu besetzten und suchen händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften.

Dieses Ungleichgewicht auf dem europäischen Arbeitsmarkt könnte durch eine höhere geografische Mobilität der Arbeitnehmer verringert werden. Die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit erlaubt jedem EU-Bürger, eine Beschäftigung in einem anderen Mitgliedsstaat aufzunehmen – und das zu den gleichen Bedingungen wie ein Angehöriger dieses Staates. Damit haben Menschen, die in ihrem Heimatland keine Perspektive auf eine Erwerbstätigkeit haben die Möglichkeit, einen Job im Ausland zu suchen und dadurch ihren eigenen Lebensstandard zu verbessern.

Davon profitieren nicht nur die mobilen Arbeitnehmer in Form von Beschäftigung und höheren Löhnen, sondern auch die Wirtschaft und die EU insgesamt. Auch die Herkunftsländer gewinnen, da viele Auswanderer nach einiger Zeit mit zusätzlichen Qualifikationen in ihr Heimatland zurückkehren.

Die Krise in Südeuropa hat in den letzten Jahren zu neuen Migrationsprozessen aus den südlichen Ländern in Richtung der wirtschaftlich starken Mitgliedsstaaten im Norden der EU geführt. Gerade im Vergleich zur Ost-west-Mobilität bleibt die Süd-nord-Mobilität aber gering. Damit bleibt das Potential der Freizügigkeit zur Verringerung der Ungleichgewichte, und damit letztlich auch zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit in Südeuropa, weitgehend ungenutzt.

Vor diesem Hintergrund untersuchen wir in diesem Projektstrang, wie die europäische Arbeitsmobilität erhöht und damit die Chancen eines gemeinsamen europäischen Arbeitsmarktes besser genutzt werden können. Dabei arbeiten wir eng mit Experten und Stakeholdern aus ganz Europa zusammen, um innovative und praktikable Vorschläge zu entwickeln.

Leitfragen

  • Welche Hürden halten die Menschen davon ab, in einem anderen Land der EU zu arbeiten? Wie können diese Hürden gesenkt oder beseitigt werden?
  • Wie können mobilitätsinteressierte Bürgerinnen und Bürger aktiv bei ihrem Vorhaben unterstützt werden?
  • Wie kann eine Öffentlichkeit geschaffen werden, die Freizügigkeit nicht als Bedrohung sondern als Chance begreift?
  • Welche Schritte kann die Politik unternehmen um die europäische Arbeitsmobilität dauerhaft zu stärken?

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