shutterstock_163268996_ST_NW_WebTeaser.jpg
Shutterstock / StockLite

Teil- und Flexirenten sind ein mögliches Gestaltungsinstrument der Politik, um Übergänge vom Arbeitsmarkt in die Rente zu flexibilisieren. Um hier die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, hat die große Koalition aus CDU/CSU und SPD im Jahr 2014 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Unsere Analyse zeigt, dass es einen großen Bedarf an individuell gestaltbaren Rentenübergängen in der Bevölkerung gibt. Für 87 Prozent der Bevölkerung käme eine Teil- und Flexirente in Frage. Alter, Bildung und Einkommen beeinflussen dabei maßgeblich den Bedarf an flexiblen Rentenübergängen. So wünschen sich Arbeiter überwiegend Regelungen, die einen früheren Berufsausstieg ermöglichen, während Angestellte aufgrund höherer Einkommen und einer besseren Gesundheitslage häufiger zu einem späteren Renteneintritt tendieren.

Ebenfalls zeigt unsere Befragung, dass deutliche Diskrepanzen zwischen dem gewünschten und dem erwarteten Rentenalter bestehen. Durchschnittlich liegt das präferierte Übergangsalter bei 63,5 Jahren und damit sechs Jahre unter dem zukünftig erwarteten Renteneintritt von durchschnittlich 69,9 Jahren. Die starke Abweichung zwischen den Wünschen der Befragten und den gesetzlich vorgegeben Regelungen unterstreicht den politischen Handlungsbedarf. Anstelle von starren Renteneintrittsregelungen sollten individuelle Übergangskonzepte neu überdacht und ausgebaut werden. Vorbild dafür könnten die skandinavischen Rentenmodelle sein, die nicht nur auf weitestgehender Flexibilität beruhen, sondern auch durch ein umfassendes Informationsangebot die Entscheidungen der Menschen unterstützen.