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Jann van Husen

Es war der erste Lehrgang dieser Art in der Sportschule Kamen-Kaiserau: 20 Jugendleiter und Trainer aus zehn westfälischen Fußballvereinen haben sich für die Wertebildung im Jugendfußball qualifiziert. Dafür nahmen sie von November bis Februar am Modellprojekt "TeamUp!" teil, das wir mit Unterstützung des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) durchführen. Am Wochenende erhielten sie ihre Zertifikate zum erfolgreichen Abschluss. 

Fußball ist mehr als nur ein Sport! Für junge Menschen ist er ein wichtiger Erfahrungsraum für Werte. Im Umgang mit Mitspielern, Gegnern, im Vereinsalltag und im Training können Jugendliche Respekt, Fairness und Teamgeist entwickeln und soziales Verhalten einüben, das zu einem guten Miteinander beiträgt. Gerade für das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft ist es entscheidend, dass schon Kinder und Jugendliche diese Werte verinnerlichen. Das passiert aber nicht von allein: Wichtig im Fußball sind dafür Trainer und Jugendleiter. Sie haben oft eine besondere Vorbildrolle inne. Hier setzt unser Modellprojekt an: Es hilft Trainern und Jugendleitern, die Werte ihres Vereins aktiv zu leben und das Miteinander im Jugendfußball zu fördern. 

An drei Wochenenden und in zwei Praxisphasen setzten sich die Teilnehmer von "TeamUp!" mit ihren eigenen Werten und ihrer Vorbildrolle auseinander und lernten Methoden und Wege kennen, wie sie die Wertebildung von Kindern und Jugendlichen unterstützen können. Dabei standen neben der Selbstreflexion vor allem praktische Übungen für Teamentwicklung und Konfliktbearbeitung auf dem Programm. Unter Anleitung des Lehrteams entwickelten die Teilnehmer Konzepte für Fußballtrainings, die das Sportliche mit wertebildenden Übungen verbinden. Diese setzten sie mit ihren Jugendmannschaften im Verein um und wurden dabei vom Lehrteam vor Ort gecoacht.

Gemeinsam beschäftigten sich Jugendleiter, Trainer und Jugendmannschaften zudem mit der Frage, welche Werte ihnen wichtig sind und wie sie diese in ihrem Verein leben können. Das Ergebnis sind Werteplakate, die die Jugendlichen selbst erstellt haben und die jetzt in den Kabinen hängen, erste Vereinskonzepte für werteorientierten Jugendfußball sowie zahlreiche konkrete Ideen und Methoden, wie die Werte auch nach "TeamUp!" langfristig im Trainings- und Vereinsalltag umgesetzt werden können.

Neben Methodenkompetenz für Wertebildung erweiterten die Trainer und Jugendleiter auch ihre eigene Sozialkompetenz. Sie erprobten Wege, um selbst mit schwierigen Situationen in Mannschaft und Verein konstruktiv umzugehen. Aus dem Modellprojekt nehmen die Teilnehmer so nicht nur die Motivation, sondern auch Kompetenzen und wertvolles Handwerkszeug mit, um die Wertebildung auch künftig im Jugendfußball zu verankern.

Entsprechend verbuchen die Teilnehmer "TeamUp!"  als klaren Gewinn für sich selbst und ihre Vereine: Ohne Stress und Konflikte machen Training und Vereinsleben mehr Spaß. Dabei hilft es, zu wissen, wie man mit Streit und Vorurteilen umgeht, wie man Teamgeist weckt und die jungen Spieler für ein gutes Miteinander motiviert. Jugendliche, die ihre Trainer als positive Vorbilder erleben, entwickeln sich besser und sind bereit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Ein Verein, der sich über seine eigenen Werte im Klaren ist und Jugendlichen eine positive Orientierung gibt, ist attraktiv und kann bei der Suche nach Nachwuchs punkten. Und nicht zuletzt: Sportlicher Erfolg hängt immer auch vom Teamgeist der Mannschaft ab.

Im Mai geht "TeamUp!"  in die zweite Runde. Bis dahin sollen die Erfahrungen und Evaluationsergebnisse aus dem ersten Probelauf ausgewertet und das Konzept noch weiter verbessert werden.

Den aktuellen Flyer von TeamUp! finden Sie in Kürze hier.