Frau mit Broschüren im Arm lächelt in die Kamera. Im Hintergrund sind schemenhaft ein Arbeitsplatz und 3 weitere Personen zu erkennen.
Arne weychardt / Bertelsmann-Sti

Menschen lernen nicht nur zielgerichtet und in formalen Kontexten, sondern alltäglich am Arbeitsplatz, in der Familie oder der Freizeit. Allerdings erfahren in Deutschland diese informell erworbenen Kompetenzen bislang weder im (Aus-)Bildungssystem noch in den Betrieben institutionelle Anerkennung. Ganz anders verhält es sich in anderen europäischen Ländern und vor allem in Nordeuropa. Hier finden die im europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) bereits 2009 festgelegten Systeme zur Anerkennung informellen Lernens (CEDEFOP 2009) eine viel breitere kulturelle und institutionelle Aufmerksamkeit.

Bildungspolitische und volkswirtschaftliche Chancen der Anerkennung von Kompetenzen nutzen

Ziel des Teilprojektes ist es daher unter anderem, im Rahmen einer Studie folgende Fragen zu klären:

  • Welche Anerkennungssysteme informellen und non-formalen Lernens gibt es bislang in Deutschland?

  • Wie können diese Anerkennungssysteme so gestaltet werden, dass vor allem Geringqualifizierte davon profitieren?

  • Welche „best-practice“-Formen der Kompetenzanerkennung anderer europäischer Länder lassen sich auf Deutschland übertragen?

Mit dem Verweis auf den Fachkräftemangel sowie den demographischen Wandel, findet die Forderung nach mehr Anerkennung informell und non-formal erworbener Kompetenzen bei den Berufsbildungsträgern dann Gehör, wenn es die unmittelbare Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen betrifft. Dies sind dann entweder Kompetenzfeststellungsverfahren für Hochqualifizierte oder aber Branchen (z.B. Reinigungsbranche), in denen klare Berufsprofile fehlen.
Wir fragen daher nach den bildungspolitischen Chancen für Geringqualifizierte und prüfen, was wir von Ländern mit weniger stark formalisierten Bildungssystemen lernen können. Auch und nicht zuletzt, um die Transparenz und Durchlässigkeit im Deutschen Bildungssystem zu erhöhen.