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Bertelsmann Stiftung

Wie lebt es sich in der vernetzten Stadt?

Das Binnenschiff lag gerade in Hamm/Westfalen vor Anker. Die Stadt Hamm und das Wissenschaftsjahr hatten aus dem Anlass zum „Dialog an Deck“ eingeladen. „Smart City – Wie lebt es sich in der vernetzten Stadt?“ - war das Thema.

Als Referenten geladen waren Prof. Harald Mathis (Fraunhofer-Anwendungszentrum SYMILA), Michael Lobeck (Geographisches Institut der Uni Bonn) und Carsten Große Starmann (Bertelsmann Stiftung). Die Wissenschaftsjournalistin Monika Seynsche moderierte: "Zukunftsfähige Städte sind heute „smart“. Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff?" 

Intelligenter und lebenswerter

Durch intelligente Vernetzung sollen unsere Städte nicht nur effizienter, sondern auch lebenswerter werden. Die “Labels” SmartCity und SmartCountry schaffen in der Umsetzung überhaupt erst Räume, um Veränderungen voranzutreiben und einen kulturellen Wandel hin zu einer digitalen Gesellschaft zu gestalten. Dies ist auch notwendig, wenn die Kommunen die große Herausforderung des demographischen Wandels meistern wollen. Die neue Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt diesen Prozess. Grundsätzlich sind smarte Städte und Regionen vor allem aber bestimmt vom Willen zu sozialer Inklusion. Dazu bedienen sie sich vielfältiger Strategien – ein besonders wichtiger Hebel liege in der Nutzung der Digitalisierung.

Stadtquartiere kennen

Welche Technologien existieren bereits, welche Chancen ergeben sich daraus für die Zukunft?

Prof. Mathis verwies darauf, man dürfe nicht nur in Technik denken, sondern müsse die Granularität der Stadtquartiere kennen, um Szenarien und Lösungsansätze passgenau entwickeln zu können. Auch für ihn steht in den Kommunen ein Szenario-Ansatz im Vordergrund. Deren Umsetzung könnte mit Hilfe der immer vielfältiger und leistungsfähiger werdenden digitalen Möglichkeiten erfolgen.

Antrieb zur Umsetzung

Michael Lobeck verwies auf die kürzlich durch ihn begleitete Studie zur Digitalisierung der Städte in Deutschland. Er griff den Faden auf und erklärte, dass Veränderungen immer dann schnell greifen, wenn individuelle Interessen berührt sind und so aus einer Betroffenheit auch ein Antrieb zur Konkretisierung und Umsetzung erfolgt. Sein Beispiel aus der Telemedizin zeigt: Diese werde seine Erfahrung derzeit gerade nicht durch die Ärzteschaft als Ganzes weiter getrieben, sondern vor allem durch die Ärztinnen, die hier eine Möglichkeit sehen, ihren Beruf trotz Familienphase ausüben zu können.

Pflege mitdenken

Als Demographieexperten war Carsten Große Starmann ein wichtiger Aspekt, dass z.B. ältere Menschen und Pflegebedürftige mit Hilfe der Digitalisierung in einer intelligenten Wohnumgebung, die sich den situationsspezifischen Bedürfnissen anpasst, länger selbstbestimmt in ihren eigenen Wohnformen autonom leben können. Diesen Ansatz gelte es im Wechselspiel zwischen zwischenmenschlicher und technischer Unterstützung weiter denken, damit Pflege in Kommunen überhaupt leistbar bleiben kann.

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