2009 – ein Jahr bevor die Telekom mutig als erstes Unternehmen eine Frauenquote für sich festlegte – traf sich eine Gruppe von 24 Frauen zur ersten Business Women School. Inzwischen ist das Training für Führungsfrauen mit „Women and Cultural Change“ überschrieben. Denn eines ist inzwischen klar: es geht nicht darum, dass die karrierewilligen Frauen sich anpassen. Die Unternehmenskulturen müssen sich ändern und Raum für Vielfalt lassen.

Im November 2014 trafen sich die 2009er Frauen wieder – inzwischen zum zehnten Mal. Immer an andere Orten - ein paar Mal in Berlin, dann Hamburg, Bonn, Bremen, Frankfurt, Stuttgart – immer mit wechselnden Gastgeberinnenrollen. Der Kreis ist inzwischen geschrumpft. Es können auch nicht immer alle der 15, die dabei geblieben sind. Aber das macht nichts, denn es ist ein verlässliches Netzwerk entstanden.

Die kollegiale Beratung steht immer auf dem Programm – ansonsten Wechseln die Programmpunkte entsprechend der Branche oder der Funktion, die die Gastgeberin „mitbringt“. Im November hatten sie die Möglichkeit mit dem IT-Vorstand einer Finanzdienstleistungs-AG über aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Kosten-/Nutzen-Betrachtungen von Bring-your-own-device-Aktivitäten, Big Data im Versicherungssektor oder die sehr eindrückliche und praxisnahe Demonstration von Sicherheitslücken standen auf der Agenda.

Wie diese Gruppe von Führungsfrauen, sind weitere Netzwerke entstanden, die inzwischen auch übergreifend arbeiten. Im November war auch die Geburtsstunde einer neuen Gruppe. Das zweite Modul des Trainings hat immer als Schwerpunkt, die Frauen zur weiterführenden Zusammenarbeit zu befähigen. Diesmal war als Gast Ulrike Demmer, stellvertretende Leiterin im FOCUS Hauptstadtbüro, eingeladen. Sie hatte 2012 selbst am Training teilgenommen, den nächsten Karriereschritt gemacht und kam jetzt als Praxisreferentin zurück.

Diese Form des Netzwerkens hat für die Führungsfrauen informellen Charakter. Sie wenden sich aneinander, wenn sie Unterstützung brauchen. Es tut gut, im konkurrenzfreien Raum über unterschiedliche berufsbezogene Themen sprechen zu können. Alle sind sich allerdings bewusst, dass es mehr als ein Netzwerk braucht.  Der Zugang zu gemischt-geschlechtlichen Runden ist wichtig, denn das sind die Netzwerke, die entscheidend sind für die Karriereentwicklung.

Es gibt allerdings auch Faktoren, die reine Frauennetzwerke in Unternehmen einflussreich machen:

  • Die Führungsspitze engagiert sich – nicht nur einmal, sondern regelmäßig.
  • Das Netzwerk hat ein eigenes Budget.
  • Das Netzwerk hat Sponsoren in den Reihen der oberen Führungskräfte.
  • Das Netzwerk und die im Unternehmen als High Potentials geltenden Frauen sind vernetzt.
  • Es werden Berührungspunkte zum Top-Management geschaffen, etwa durch Veranstaltungen oder regelmäßige Besuche.

Das im November neu entstandene Netzwerk hat auf jeden Fall beschlossen, weiter zu arbeiten. Das nächste Treffen wird im April in Hamburg sein.